Hommage an George Gershwin in Hüttenberg

Hüttenberg (jow). Von der Klangkraft und der Ausstrahlung der Werke George Gershwins konnten sich am Freitagabend die 80 Besucher in der Alten Kirche in Weidenhausen erfreuen.

In einer Hommage an Gershwin nahmen die beiden Künstler Esther Lorenz und Thomas Bergler die Besucher mit auf eine Reise in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Die Sängerin Esther Lorenz, die eine klassische Gesangsausbildung in ihrer Heimatstadt Berlin absolvierte und außerdem die Fächer Dramaturgie und Schauspiel studierte, hat einen Schwerpunkt ihres musikalischen Programms bei Lebensbildern. "Gershwin wird nicht so viel interpretiert, obwohl er ein großer Musiker war", so die Künstlerin. Ihr Repertoire umfasst zudem hebräische und sefardische Lieder, Bossa Nova, Bolero Cubano und Jazz Balladen.

Begleitet wurde sie am Klavier von Thomas Bergler, der als Klavierpädagoge in Wiesbaden lebt. Im Zusammenspiel einer geschmeidigen und warmen Stimme nahmen beide die Zuhörer mit auf ihre Reise und in die Schaffensperiode Gershwins. In kurzen Erläuterungen machte Lorenz immer wieder deutlich, in welcher Phase seiner musikalischen Arbeit man sich befand. Sie flocht so manche Anekdote aus seinem Leben in die Moderation mit ein.

Gershwin wurde 1898 in Brooklyn als Kind russisch-jüdischer Immigranten geboren. Er hatte bis zu seinem zehnten Lebensjahr kaum etwas mit Musik zu tun. Erst dann erwuchs die Begeisterung dafür durch eine persönliche Begebenheit. 1910 kauften die Gershwins für die Musikstunden des älteren Sohnes Ira ein Klavier, auf dem aber bald George spielte.

Gershwin wurde von verschiedenen Mentoren gefördert. Seine Karriere führte ihn zu einem Musikverlag, wo er neue Lieder seines Verlages den Bandleadern und Theateragenten vorzuspielen und zu verkaufen hatte. Angeregt durch diese Tätigkeit, versuchte er sich in der Komposition von eigenen Liedern und Tanzstücken. Im Jahre 1918 gelang ihm mit dem Lied "Swanee", das Lorenz ebenfalls interpretiert, der erste USA-weite Hit, der zunächst auf dem Broadway zu seiner Anerkennung als Komponist führte. Auf seiner Europareise 1928 lernte er auch musikalische Größen wie Igor Strawinsky kennen.

Auch Gershwins Liebesleben griffen die Künstler auf. Er komponierte sowohl Stücke für den Broadway als auch klassische Konzerte. Zum Vortrag kamen auch Stücke aus "Lady, Be Good". Vor der Arbeit an der Oper "Porgy and Bess", das nach der Pause thematisiert wurde, verbrachte Gershwin einen Sommer in Folly Island in der Nähe von Charleston (South Carolina), um sich mit der afro-amerikanischen Musik vertrauter zu machen. Da durften natürlich auch nicht Melodien aus "Rhapsody in Blue" fehlen. Viele seiner Werke erlangten auch über Amerika hinaus große Popularität und wurden später von neueren Musikrichtungen aufgegriffen. Gershwins kurze Schaffenszeit wurde jäh beendet, als er in Hollywood an der Partitur von "The Goldwyn Follies" arbeitete. Dort brach er am Flügel zusammen und starb 1937 an einem Gehirntumor.

Aus einem überaus reichen Fundus hatte Lorenz ein Programm zusammengestellt, das die vielen Seiten Gershwins zeigt - die melancholische, lustige, temperamentvolle und sanfte. Die Zuschauer dankten für die rund zweistündige Hommage zwischen Jazz und Klassik mit großem Applaus. (Foto: jow)

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