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Moderator Robert Hübner wird in seiner Sendung den Mord an Thomas S. in Lollar behandeln. (HR-Screenshot)

Hoffen auf den Durchbruch im Lollarer Mordfall

Lollar (khn/agl). Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Wochenende noch einmal die Bevölkerung aufgerufen, Hinweise zum Mord an Thomas S. zu geben. Nun werden die Todesschüsse vom 19. März auch landesweit ein Thema – im HR-Fernsehen.

Wie der Hessische Rundfunk mitteilt, behandelt der "Kriminalreport Hessen" den Fall am Sonntag, 4. Mai, ab 19 Uhr. Wiederholt wird die Fernsehsendung am Montag, 5. Mai, um 23.30 Uhr.

Der Mord an Thomas S. hatte Mitte März nicht nur das Gießener Land aufgeschreckt. Der 52-Jährige war in oder vor seinem Haus an der Marburger Straße am Abzweig Richtung Odenhausen mit vier Schüssen niedergestreckt worden. Ein Passant alarmierte gegen 22.30 Uhr den Notarzt; dieser konnte aber nicht mehr helfen. Eine Sonderkommission meldete nach intensiver Ermittlungsarbeit schnell einen Erfolg: Am nächsten Tag nahmen Polizeibeamte einen 34-Jährigen fest. Der Wetterauer bestreitet, die tödlichen Schüsse abgefeuert zu haben. Die Staatsanwaltschaft indes wirft ihm vor, den Mord aus Habgier begangen zu haben.

Um ihre Ermittlungen nicht zu gefährden, hielt sich die Justizbehörde mit Informationen an die Öffentlichkeit zurück. Zum Beispiel bei der Frage, ob der Mord etwas mit der kriminellen Vergangenheit von Thomas S. zu tun hat, der nach Recherchen dieser Zeitung 2003 zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war. Mit einer sechsköpfigen Bande hatte er zwei Geldtransporter in Lollar und Idar-Oberstein überfallen.

Doch am Freitag gingen die Ermittler mit einem Aufruf in die Offensive: Gesucht werden zwei Insassen eines beigen oder braunen Mercedes’ älteren Baujahrs und mit Marburger Kennzeichen. Dieser sei am Tag der Tat von Zeugen zwei Mal – gegen 21.20 und 21.40 Uhr – im Bereich Marburger Straße/Staufenberger Weg/Buderusweg am Fahrbahnrand parkend gesehen worden. Außerdem bitten die Ermittler um Hinweise zu einer männlichen Person, die gegen 22.30 Uhr in der verlängerten Marburger Straße auf der L 3476 hinter dem Abzweig zum Kirchberg in Richtung Odenhausen/Autobahnauffahrt Staufenberg-Nord im Straßengraben beobachtet worden sei. Der Mann – bekleidet mit dunklem Kapuzenpulli und dunkler Hose – habe im Straßengraben gestanden.

Warum gerade jetzt dieser Schritt von Polizei und Staatsanwaltschaft? Gibt es eine neue heiße Spur? Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg sagt im Gespräch mit dieser Zeitung, es gehe nicht darum, dass die drei genannten Personen tatverdächtig seien. Im Gegenteil. "Sie werden als Zeugen gesucht", betont sie. "Bei einem Kapitalverbrechen wie diesem versuchen wir, die Informationen, die uns vorliegen, so dicht wie möglich abzuklopfen." Dem Aufruf der Ermittler über die Medien ist nach Auskunft von Polizeipressesprecher Willi Schwarz bisher noch niemand gefolgt.

Im Januar war der Mord an dem Watzenborn-Steinberger Gerhard K. vom September 2011 Thema im "Kriminalreport Hessen" gewesen. Einen Durchbruch bei den Ermittlungen hat es nicht gebracht. Angehörige, der Leiter der Kripo-Sonderkommission und Oberstaatsanwältin Sehlbach-Schellenberg kamen zu Wort. Auch der Überfall auf die Sparkasse in Holzheim wurde in einer "Kriminalreport"-Sendung behandelt.

Wer Hinweise zum Mordfall in Lollar geben will, meldet sich bei der Kripo Gießen unter Telefon 06 41/70 06-0 oder -25 55.

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