Hessische Bauern gegen Zwangs-Stilllegung

Gernsheim (dpa/lhe). Der hessische Bauernverband kritisiert Pläne in der Europäischen Union, sieben Prozent der Agrarfläche stillzulegen.

"Der Landdruck ist so groß, dass wir keine Stilllegung wollen", sagte Präsident Friedhelm Schneider am Montag zum Auftakt der landwirtschaftlichen Woche Südhessen in Gernsheim. Fläche werde zur Ernährung gebraucht, weil wichtiger Boden allein schon wegen Bebauung wegfalle. Dadurch gingen täglich bereits vier bis fünf Hektar verloren. In Hessen gebe es noch rund 18 000 landwirtschaftliche Betriebe, davon 70 Prozent im Nebenerwerb.

Aus Protest gegen "Landfra? postierten Bauern vor der Stadthalle Gernsheim Trecker mit entsprechenden Plakaten. Eine andere Ablehnung richtete sich gegen das atomare Zwischenlager in Biblis.

Schneider schloss sich mit seiner Position der Haltung von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner an. Für das hessische Landwirtschaftsministerium stimmte Staatssekretär Mark Weinmeister dieser Ansicht zu. "Landwirtschaftliche Fläche darf nicht eingeschränkt, sondern muss genutzt werden."

Eine Stilllegung könnte unter Umständen auch zu Preissteigerungen führen, deutete der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser, an. "Wir müssen Menschen preiswert ernähren. Die Stilllegung passt dort nicht hinein." Zum Auftakt der landwirtschaftlichen Wochen waren rund 350 Gäste gekommen.

Staatssekretär Weinmeister forderte, Geld müsse so verteilt werden, dass Bauern weiterarbeiten könnten. Gerade in höheren Regionen hätten landwirtschaftliche Betriebe wegen dieser Lage besondere Herausforderungen. Müsste ein Betrieb aufgeben, hätte dies auch für die Natur schlimme Folgen. "Die Wiesen wachsen zu, Tiere und Pflanzen gehen kaputt."

Bauern-Vertreter machten sich dafür stark, dass Gentechnik in der Landwirtschaft nicht pauschal verteufelt werden dürfe. "Alle Vorbehalte, die Gegner haben, kann durch Technik ausgeräumt werden", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft landwirtschaftliche Woche Südhessen, Willi Billau. "Vieles wird kaputtgeredet."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare