Hessen übergab antikes Raubgut an Irak

Friedberg / Wiesbaden / Berlin (dpa). Das Land Hessen hat dem Irak am Donnerstag in Berlin 22 antike Gegenstände aus Raubgrabungen zurückgegeben. "Die Übergabe des irakischen Kulturgutes ist von unschätzbarem Wert für den Irak", sagte der irakische Botschafter in Deutschland, Alaa Al-Hashimy.

Friedberg / Wiesbaden / Berlin (dpa). Das Land Hessen hat dem Irak am Donnerstag in Berlin 22 antike Gegenstände aus Raubgrabungen zurückgegeben. "Die Übergabe des irakischen Kulturgutes ist von unschätzbarem Wert für den Irak", sagte der irakische Botschafter in Deutschland, Alaa Al-Hashimy. Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) überreichte ihm die bis zu 4000 Jahre alten Objekte, die im Jahre 2007 bei einer Hausdurchsuchung im Wetteraukreis beschlagnahmt worden waren. "Wir geben diese wertvollen Kulturgüter und Zeugnisse der frühen Hochkulturen Mesopotamiens in das Land zurück, aus dem sie stammen und aus dem sie unrechtmäßig entwendet wurden", sagte Kühne-Hörmann.

Vermutlich hatten Soldaten die Tafeln mit Inschriften, die Tonbriefe und Siegel sowie andere wertvolle Objekte während der Irak-Kriege aus dem Land geschmuggelt und an einen Mann aus Hessen weitergegeben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gießen waren bei der Hausdurchsuchung mehrere hundert antike Kulturgüter beschlagnahmt und von Experten begutachtet worden. Für die meisten Objekte gebe es aber bislang keine Ansprüche aus anderen Staaten, so dass sie erstmal in Hessen blieben. Dem Ministerium zufolge konnte ein wissenschaftlicher Gutachter die Herkunftsorte der 22 am Donnerstag zurückgegebenen Objekte präzise bestimmen. Demnach stammen sie aus den sumerischen Städten Girsu, Isin, Larsa und Umma im Südirak. Sechs Fundstücke seien sogenannte Tonnägel mit Inschriften, die häufig im Mauerwerk von antiken Gebäuden gefunden worden seien. Sie enthielten den Namen des jeweiligen Bauherrn, die Bezeichnung des Gebäudes und bei Kultbauten auch den Namen der Gottheit, der diese Stätte geweiht war. Damit lasse sich sogar das spezifische Gebäude bestimmen, aus dem die Tonnägel stammten.

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