Besuch vor Ort: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im künftigen Corona-Impfzentrum im Rhein-Main-Congress-Centrum in Wiesbaden. FOTO: DPA
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Besuch vor Ort: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im künftigen Corona-Impfzentrum im Rhein-Main-Congress-Centrum in Wiesbaden. FOTO: DPA

Hessen macht sich bereit

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Wenn der Impfstoff kommt, will Hessen vor- bereitet sein. Deshalb entstehen an 28 Orten derzeit Corona-Impf- zentren. In Wiesbaden macht sich der Minister präsident selbst ein Bild.

Hessen wird nach der Einschätzung von Innenminister Peter Beuth (CDU) voraussichtlich in den nächsten zehn bis 14 Tagen mehr Klarheit darüber bekommen, wann erste Impfdosen gegen das Coronavirus kommen. Das erklärte er bei einem Besuch des Impfzentrums in Wiesbaden am Montag. Die Impfstoffe sollen an einem zentralen Ort geliefert werden, wo die Kühlung sichergestellt wird. Mithilfe von Dienstleistern würden die Tagesdosen an die Impfzentren im ganzen Land verteilt, sagte der Minister.

Beuth besuchte am Montag gemeinsam mit Ministerprä- sident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) das neu eingerichtete Impfzentrum im Rhein-Main-Congress-Center in der Landeshauptstadt. "In Hessen bereiten sich aktuell 28 Zentren auf die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes vor", sagte Bouffier. Wenn der Impfstoff zugelassen sei, das Land die ersten Lieferungen habe, könne unmittelbar mit dem Impfen begonnen werden. Bouffier rechnet damit, dass die Impfaktion dann rund neun bis zehn Monate dauert.

Die Impfzentren entstehen unter anderem auch in Sporthallen, Hotels oder sogar auf einem alten Flugplatz. Als Frist für die Fertigstellung hatte das Land den 11. Dezember gesetzt. Verantwortlich für die Errichtung sind die Kreise und kreisfreien Städte - örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) unterstützen. "Die Kosten für Aufbau, Betrieb und Abwicklung der Impfzentren werden vonseiten des Landes getragen, wobei der Bund angekündigt hat, sich im Nachgang hälftig beteiligen zu wollen", heißt es aus dem Innenministerium. Den Impfstoff stelle der Bund kostenfrei bereit.

In der Messehalle in Wiesbaden werden - wie auch in anderen Zentren - sogenannte Impfstraßen eingerichtet. Das ist eine Reihe von Stationen, über die der Impfkandidat geleitet wird: die Erfassung der Daten, falls gewünscht ein Vorgespräch mit einem Arzt, der Impfvorgang und schließlich eine Ruhezone. Mit Trennwänden wurden die Bereiche und Impfstraßen abgetrennt, um eine Ansteckung zu verhindern. Auch Kühlschränke zur Zwischenlagerung des Impfstoffs werden eingerichtet. Der Einbau einer Tiefkühlung ist nicht nötig, da die Medikamente zeitnah aus größeren Lagern gebracht würden.

60 bis 70 Prozent der Bevölkerung wollen nach Einschätzung des Landes immunisiert werden. Diese Anzahl sei notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, erklärte Sozialminister Klose. Sobald der Impfstoff da ist, werden die Bürger eingeladen. Zunächst sollen Menschen aus Risikogruppen und Gesundheitspersonal wie Ärzte und Pfleger geimpft werden. Hier wolle sich das Land nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts richten, sagte Klose. Es werde auch darauf ankommen, dass die Menschen Vertrauen in den Impfstoff hätten. Zwei Impfungen sind pro Person nötig, das macht insgesamt acht Millionen Impfungen für Hessen. In den Zentren sollen jeweils mindestens 1000 Impfungen pro Tag durchgeführt werden können, sie sollen an sieben Tagen die Woche offen sein. Die Impfungen sind kostenlos und freiwillig.

Lockerungen zu Silvester fraglich

Hessen erwägt unterdessen, die geltenden Corona-Regeln zu verschärfen. Möglicherweise werde es nicht bei den gelockerten Kontaktregeln für Silvester bleiben können, kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden an. Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche getroffen werden. Für Weihnachten gehe er nach derzeitigem Stand davon aus, dass es bei den gelockerten Kontaktregeln bleiben werde, die die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie die Kanzlerin beschlossen hatten.

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