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Hessens Finanzminister Thomas Schäfer gilt als der Kronprinz von Ministerpräsident Volker Bouffier.

Der Finanzminister gilt als erfahren und ehrgeizig

Löst Thomas Schäfer schon bald Volker Bouffier als Ministerpräsident ab?

Finanzminister Thomas Schäfer gilt in Hessen als Kronprinz von Ministerpräsident Volker Bouffier. Der hatte kürzlich seinen vorzeitigen Rücktritt angedeutet. 

Es dürfte geplant gewesen sein, dass Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kürzlich andeutete, er könne sein Amt möglicherweise vorzeitig niederlegen. Auch wenn die Hessen-Union nicht mehr der Kampfverband ist, als der sie sich zu Zeiten von Alfred Dregger und Manfred Kanther rühmte, so überlässt sie sicher nichts dem Zufall.

Zumal die Partei keine Angst vor allzu wilden Spekulationen haben muss: So wie es 2010 klar war, dass Volker Bouffier Roland Koch beerben würde, so gilt heute als ziemlich sicher, dass Finanzminister Thomas Schäfer der Nachfolger des heute 67-Jährigen Ministerpräsidenten sein wird. Bouffier hatte erst kürzlich eine Reha nach seiner Krebsbehandlung beendet*. 

Entweder vorzeitig oder erst als Spitzenkandidat bei der nächsten Landtagswahl 2023. Dass die schwarz-grüne Koalition, die nur über eine Stimme Mehrheit verfügt, durch eine solche Personalie in Gefahr geriete, ist nach derzeitigem Stand der Dinge nicht zu befüchten.

Thomas Schäfer bringt politische Erfahrung mit

Die nötige Erfahrung hat der 53-jährige Schäfer zweifellos: Der hochgewachsene 110-Kilo-Mann aus Biedenkopf ist nicht nur seit neun Jahren für Hessens Finanzen verantwortlich. Schäfer, der schon mit 14 Jahren in die Junge Union eintrat, war auch schon im Ministerbüro von Justizminister Christean Wagner und in der Grundsatzabteilung unter Regierungschef Roland Koch tätig. Auf der Bundesebene machte er sich zuletzt einen Namen bei den schwierigen Verhandlungen um die Reform der Grundsteuer.

In der CDU verwurzelt, ist er auch seit vielen Jahren Parteichef im Landkreis Marburg-Biedenkopf, wo die CDU mit der SPD koaliert. Nicht von ungefähr wird ihm daher nachgesagt, er könne damit auch in Wiesbaden leben.

Mit seinem Schutzschirmgesetz und der Hessenkasse – beides sollte der Verschuldung der Kommunen mit strengen Regeln entgegenwirken – machte sich Schäfer bei Kommunalpolitikern gleich welcher Couleur nicht gerade beliebt. Und auch derzeit bläst ein Sturm der Entrüstung durch die Rathäuser, weil Schäfer unter dem beschönigenden Titel „Starke Heimat“ aus Sicht vieler Bürgermeister wieder mal in die kommunale Selbstverwaltung eingreifen will: Die Ende 2019 auslaufende erhöhte Gewerbesteuerumlage zur Mitfinanzierung der deutschen Einheit will er auch künftig von den Kommunen kassieren – um sie dann nach seinen Vorstellungen wieder zu verteilen.

Er stellt sein Licht nicht unter den Scheffel

Dabei gibt sich Schäfer gerne jovial. Über einen Nachteil kann das aber nicht hinwegtäuschen: Der Minister stellt sein Licht nicht gerade unter den Scheffel, was manche selbst in der eigenen Partei als allzu demonstrative Zurschaustellung seiner Überlegenheit kritisieren.

Doch hat das Amt schon manchen verändert, nicht zuletzt Ministerpräsident Volker Bouffier, einst knallharter Knochen in der Innenpolitik, der zum präsidialen Landesvater wurde – was ihn zugleich deutlich unterschied von seinem umstrittenen Vorgänger Koch.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) deutete zuletzt an, er könne sein Amt vorzeitig niederlegen.

Natürlich fallen auch mal andere Namen: der des im Vergleich eher farblosen Fraktionschefs Michael Bodddenberg (60) aus Frankfurt oder der des heutigen Innenministers Peter Beuth. Der 51-Jährige aus Taunusstein, zuvor Generalsekretär der CDU, macht in seinem Amt bislang allerdings keine glückliche Figur.

Zur Person: Das ist Thomas Schäfer

Thomas Schäfer (53) wurde im Sauerland geboren, lebt aber seit seiner Kindheit in Biedenkopf. Der frühere Handball-Torwart des TV Biedenkopf machte nach dem Abitur zunächst eine eine Banklehre und studierte dann Jura in Marburg.

1998 begann er seine politische Arbeit in Wiesbaden. Nach mehreren Stationen unter anderem als Staatssekretär wurde er 2010 Finanzminister. Schäfer ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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