Ministerpräsident Volker Bouffier hofft, dass bei den Gesprächen heute im Kanzleramt ein Konsens über eine Öffnung des Einzelhandels erzielt wird. FOTO: STAATSKANZLEI
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Ministerpräsident Volker Bouffier hofft, dass bei den Gesprächen heute im Kanzleramt ein Konsens über eine Öffnung des Einzelhandels erzielt wird. FOTO: STAATSKANZLEI

Hessen hat eigene Vorstellungen

  • vonDPA
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Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten wollen am heutigen Mittwoch beraten, ob und wie die strengen Corona-Regeln gelockert werden können. Was die Schulen angeht, hat Hessen bereits bestimmte Vorstellungen.

Hessen würde bei einer möglichen stufenweisen Wiedereröffnung der Schulen für den Unterricht eher mit Abschlussjahrgängen beginnen als mit den Grundschulen. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. "Nicht nur weil die vorm Abschluss stehen, sondern weil wir auch glauben, dass bei älteren Schülerinnen und Schülern der notwendige Appell, Abstand zu halten und Hygienevorschriften einzuhalten, wesentlich besser gelingen kann als bei Kindern in der Grundschule", erläuterte er nach einem Treffen des hessischen Corona-Kabinettausschusses mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Bouffier: Alles offen

An Hessens Schulen findet seit Mitte März kein Unterricht mehr statt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Für Kinder berufstätiger Eltern aus bestimmten Berufsgruppen gibt es eine Notbetreuung. Die Empfehlung von Wissenschaftlern, als Erstes die Grundschulen zu öffnen, überzeuge ihn nicht, sagte Bouffier. "Wir neigen dazu, dass wir eher mit den Abschlussklassen beginnen." Entschieden werde diese Frage jedoch erst nach der Besprechung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am heutigen Mittwoch.

In der Videokonferenz soll über mögliche Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen nach dem 19. April beraten werden. "Ich kann mir vorstellen, dass wir morgen durchaus in einem breiten Konsens dazu kommen, dass wir im Einzel- und vielleicht auch im Großhandel eine Öffnung vornehmen", sagte Bouffier. "Da wird man sich an bestimmten Größen zu orientieren haben." Entscheidungen dazu seien aber noch nicht gefallen.

Hessen bemüht sich nach den Worten von Bouffier ununterbrochen darum, Schutzmasken und andere Schutzausrüstung zu besorgen, stößt dabei aber immer wieder auf Probleme. "Das ist ein schwieriges Kapitel", sagte er. Das Land müsse meist in Vorleistung treten und zudem aufpassen, nicht betrogen zu werden. Aktuell verzögert sich Bouffier zufolge eine Lieferung von mehreren Millionen Schutzmasken. Diese lägen am Flughafen von Shanghai bereit, doch chinesische Behörden wollten die Lieferung noch auf mögliche minderwertige Ware untersuchen.

Die Versorgung mit Schutzausrüstung in den hessischen Krankenhäusern sei nach der aktuellen Einschätzung gut, sagte Bouffier weiter. Die Lage in Altenheimen sei dagegen unterschiedlich.

Lob für Disziplin

Minister Spahn hatte gestern das Uni-Klinikum in Gießen besucht und sich über die Situation im Gesundheitswesen angesichts der Corona-Krise informiert. Der Bundesgesundheitsminister sprach unter anderem mit einer Medizinstudentin, die sich am Eingang der Klinik um Coronavirus-Verdachtsfälle kümmert, sowie mit einem Arzt und einer Krankenschwester vor der Intensivstation. Am Uni-Klinikum werden nach Angaben eines Sprechers derzeit 18 Covid-19-Patienten behandelt.

Der Großteil der Menschen in Hessen hat sich während der Osterfeiertage an das bestehende Kontaktverbot gehalten. Wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte, registrierte die Polizei pro Tag landesweit rund 300 Verstöße gegen die Anordnung. Außerdem wurden pro Tag rund 25 Restaurants, Bars und Freizeiteinrichtungen gezählt, die illegal geöffnet hatten. "Die Hessen haben friedlich Ostern gefeiert", bilanzierte Innenminister Peter Beuth (CDU).

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