Bisher untersagter Freizeitsport ist in Hessen von Samstag an eingeschränkt wieder möglich. FOTO: DPA
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Bisher untersagter Freizeitsport ist in Hessen von Samstag an eingeschränkt wieder möglich. FOTO: DPA

Hessen bekommen mehr Freiheiten

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Geöffnete Lokale und Hotels, Sport im Freien - Hessen veröffentlicht einen Zeitplan, welche Corona-Beschränkungen demnächst fallen. Gleichzeitig werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise spürbar.

Hessen hat bereits für diesen Samstag weitere umfangreiche Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie angekündigt. So ist dann auch bisher untersagter Freizeitsport wieder in eingeschränkter Form möglich. Die vielfältigen Öffnungsregelungen der hessischen Landesregierung in der Corona-Krise gelten zunächst bis zum 5. Juni. Trotz der erfreulichen Entwicklung der Infektionszahlen in Deutschland und Hessen müsse mit äußerster Besonnenheit mit den Lockerungen umgegangen werden, sagte Regierungschef Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Sollte es Verstöße geben die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln geben, könnten die Lockerungen auch wieder zurückgenommen werden. Weitere Meldungen im Überblick:

Kurzarbeit im Gesundeheitswesen:Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise spürt auch der Medizinbereich deutlich. Etwa 30 100 Beschäftigte im Gesundheitswesen in Hessen sind laut Arbeitsagentur derzeit von Kurzarbeit betroffen. Kurzarbeit angezeigt haben 4077 Gesundheitsbetriebe, wie die Regionaldirektion Hessen mit dem Stand 26. April und nach vorläufigen Zahlen mitteilte.

Unternehmen etwas optimistischer:Nach den ersten Corona-Lockerungen blicken die Unternehmen in Frankfurt und Umgebung etwas optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Zwar rechneten bei einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer immer noch 77 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatzrückgang im Jahr 2020. Vor zwei Monaten hatten das aber noch 85 Prozent befürchtet. "Das geringfügige Lösen der Wirtschaftsbremse und die staatlichen Ausgleichsmaßnahmen zeigen eine positive Wirkung auf die regionale Wirtschaft", erklärte IHK-Präsident Ulrich Caspar.

Busunternehmen warnen:private Busunternehmer fürchten in der Corona-Krise ums wirtschaftliche Überleben. Über 90 Prozent der Betriebe könnten ohne Hilfen maximal noch bis zum Sommer überstehen, berichtete am Donnerstag der Verband LHO in Gießen. Die Mitarbeiter seien in Kurzarbeit und die Busse abgemeldet, die Raten zur Finanzierung liefen aber weiter. "Viele traditionsreiche und bislang überaus erfolgreiche Busunternehmen wissen nicht, ob es sie und die daran hängenden Arbeitsplätze im Herbst noch gibt", schilderte der Verbandsvorsitzende Karl Reinhard Wissmüller die Lage.

Million für Jugendherbergen:Die krisengeschüttelten Jugendherbergen in Hessen erhalten eine Million Euro Corona-Soforthilfe vom Land. "Jugendherbergen fallen bisher durch das Raster der Rettungsschirme von Bund und Land", erklärte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden. Auch andere Programme und Hilfen könnten von den Herbergen genutzt werden, wie Versicherungsleistungen und Kurzarbeit.

Kein Zuschuss für Lebensmittelvorrat:Sozialhilfeempfänger haben keinen Anspruch auf zusätzliche finanzielle Leistungen, um sich in der Corona-Krise einen Vorrat an Lebensmitteln anzuschaffen. Das entschied das Hessische Landessozialgericht am Donnerstag in einem einstweiligen Verfahren. Ein akuter Mehrbedarf an Lebensmitteln liege nicht vor, begründete das Gericht seine Entscheidung. In dem konkreten Fall hatte ein schwerbehinderter Sozialhilfeempfänger aus dem Werra-Meißner-Kreis Ende März eine sofortige Pandemie-Hilfe von rund 1000 Euro beantragt. Zudem forderte er eine Erhöhung seiner monatlichen Hilfen um 100 Euro.

Schlösser und Gärten öffnen:Die Anlagen der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen öffnen ab kommender Woche schrittweise wieder für Besucher. Zunächst soll am kommenden Montag, dem 11. Mai, das Bad Homburger Schloss Besuchern offenstehen, wie die Schlösserverwaltung am Donnerstag mitteilte. Demnach sollen der Weiße Turm und der Museums-Shop wieder öffnen. Möglich seien zunächst aber nur Einzelbesuche, Gruppen könnten nicht empfangen werden. Ab kommendem Dienstag soll dann auch das Kloster Lorsch wieder für Besucher geöffnet werden.

Infektionszahlen:Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Hessen am Donnerstag etwas langsamer gewachsen. Sie liegt bei 8716 Fällen. Das waren 38 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden (Stand 14.00 Uhr) erklärte. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, stieg um 11 auf 399.

Virologe warnt:Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hat die Lockerungen im Zuge der Corona-Krise kritisiert. "Wir wollen zu viel auf einmal", sagte der Virologe in einem Interview von "hessenschau.de" am Donnerstag. "Das kann gewaltig nach hinten losgehen."

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