300 Helfer bei Großbrand im Einsatz

Alsfeld (jol). Ausgerechnet Grillanzünder setzten am Mittwoch einen Lagerhalle in Brand. Am Ende waren ein Bürogebäude schwer beschädigt und die über 100 Meter lange Halle nieder gebrannt. Die Feuerwehr wurde gegen 5.15 Uhr früh alarmiert, über Stunden hinweg waren über 300 Kräfte von Wehren, DRK, THW und Polizei im Einsatz.

Sie waren damit beschäftigt, den Brand zu löschen, Wasser zu pumpen, Helfer zu versorgen und den Straßenverkehr um die Brandstelle an der Bundesstraße nach Marburg zu leiten. Der Schaden geht in die hunderttausende Euro, fünf Wehrmänner wurden durch Hitze und Rauch leicht verletzt. Die Ursache ist noch unklar.

In der Lagerhalle in der Georg-Dietrich-Bücking-Straße in Alsfeld lagerten unter anderem Grillanzünder und Spiritus, die unter anderem für zwei "Durchzündungen" sorgten. Bei diesen Explosionen wurden zwei Wehrmänner auf der Drehleiter so starker Hitze ausgesetzt, das es unter der Schutzkleidung zu einem Hitzestau kam, wie Einsatzleiter Michael Eilts erläuterte. Drei Löschkräfte an einer anderen Stelle mussten mit leichten Rauchvergiftungen zeitweise behandelt werden.

Ölsperre auf der Schwalm

Eilts erläuterte, dass nach Auslösen eines Brandmelders um 5.13 Uhr Alarm für die Feuerwehren Mitte, Eudorf und Liederbach gegeben wurde. Zwei Löschfahrzeuge waren schnell vor Ort, es war aber schnell klar, dass Vollalarm ausgelöst werden müsse. Neben den Wehren aus Alsfeld, Romrod und Kirtorf kamen Aktive aus Lauterbach und Homberg mit Drehleitern hinzu, um das Großfeuer auch von oben angreifen zu können. Zu Beginn konnten noch aus einem angrenzenden Bürogebäude der Alsfelder Kleiderwerke einige Computer geborgen werden, Löschangriffe im Inneren der Halle waren wegen der Hitze und der hohen Flammen zunächst nicht möglich. Das Löschwasser pumpten die Wehrleute zunächst aus einem Hochbehälter, der für Brände in einem Möbelwerk gebaut worden ist.

Dann legten die Einsatzkräfte lange Schlauchleitungen, um Wasser aus der Schwalm bis zur Georg-Dietrich-Bücking-Straße zu schaffen. Der Verkehr wurde durch die Polizei weiträumig um die Brandstelle umgeleitet. Mit Hitzeschutzkleidung und Atemschutzgeräten gingen die Löscharbeiten voran, 50 Ladungen für Atemschutzgeräte wurden verbraucht.

Erst gegen 11 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer im Griff. Ein Problem: Die Grillanzünder schmolzen zu Haufen zusammen, in deren Innern das Feuer weiterglühte. Deshalb forderten die Brandschützer Schaumzusätze von der Werksfeuerwehr Ferrero aus Stadtallendorf, von Infraserv Frankfurt und der Feuerwehr Fulda an. Löscharbeiten und Straßensperrung dauerten viele Stunden an.

Die Folgen des Brandes sind nur zum Teil absehbar. Nieder gebrannt ist eine über 100 Meter lange Halle, in der offenbar der Grillanzünder-Hersteller Schreiber, die Elektrofirma Gass und ein Industriebedarf Lagerräume hatten. Stark betroffen sind Büros und Lager der Alsfelder Kleiderwerke, die Schäden an dem teilweise entflammten Bürogebäude sind noch unbekannt.

Verluste erlitt die Alsfelder Tafel, deren Fahrzeuge leicht beschädigt wurden.

Die untere Wasserbehörde des Vogelsbergkreises überprüfte mögliche Schäden auf die Umwelt. Das Löschwasser wurde durch die Grillanzünder mit öligen Chemikalien belastet, dies führte auf der Alsfelder Kläranlage und der Schwalm zu einem Ölfilm. Die Feuerwehr brachte in der Kläranlage Bindemittel aus und errichtete auf der Schwalm bei Eudorf eine Ölsperre. Wie weit die Folgeschäden für die Umwelt sind, ist noch unklar, sagte Erich Ruhl, Pressesprecher des Vogelsbergkreises an der Brandstelle.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Die Feuerwehr führte zweimal Schadstoffmessungen in der Luft durch. "Im Umkreis bestand keine Gefahr für die Bevölkerung", so Stadtbrandinspektor Eilts. Allerdings seien die Anwohner aufgefordert worden, die Fenster und Türen zum Schutz vor dem Brandrauch zu schließen. Das Ausmaß des Brandes sah Kreisbrandinspektor Werner Rinke als bisher einzigartig im Vogelsbergkreis. Noch völlig unklar ist die Brandursache. Wie Polizeipressesprecher Wolfgang Keller auf Anfrage mitteilte, nahm die Kriminalpolizei Alsfeld mit Spezialisten des Landeskriminalamtes die Ermittlungen auf.

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