Hecken und Gebüsche erst ab 1. Oktober auf "Stock setzen"

Gießen (pm). Hecken und Gebüsche dienen zahlreichen Tieren als Unterschlupf, bieten Nahrung oder sind Brut- und Ruhestätte. Sie haben also ihren eigenen Wert in der Natur, weshalb sie bereits seit Jahren während der Brut- und Vegetationsperiode in Frühjahr und Sommer nicht radikal zurückgeschnitten werden durften.

Gießen (pm). Hecken und Gebüsche dienen zahlreichen Tieren als Unterschlupf, bieten Nahrung oder sind Brut- und Ruhestätte. Sie haben also ihren eigenen Wert in der Natur, weshalb sie bereits seit Jahren während der Brut- und Vegetationsperiode in Frühjahr und Sommer nicht radikal zurückgeschnitten werden durften. Diese Schonfrist (bisher geltend bis 30. August) hat nun das neue Bundesnaturschutzgesetz aus Gründen des allgemeinen Artenschutzes bis zum 30. September verlängert. Darauf macht das Regierungspräsidium (RP) angesichts des nahenden Endes der alten Schonfrist aufmerksam.

"Wer Hecken, Gebüsche, lebende Zäune, Gehölze sowie Bäume (außer in Wald und Garten) abschneiden oder auf den Stock setzen will, muss sich mit Rücksicht auf Vögel, Kleintiere, Reptilien und andere Schutz suchende Tiere bis zum 1. Oktober gedulden", so Forstdirektor Reiner Diemel, Leiter des Eingriffsdezernats der Oberen Naturschutzbehörde beim RP. Zu unterscheiden von diesen "Radikalschnitten" sind behutsame Pflegeschnitte zwecks Beseitigung des Zuwachses oder zur Gesunderhaltung von Bäumen - sie sind weiterhin über das ganze Jahr zulässig. Eine zweite wichtige Ausnahme ist, wenn der Radikalschnitt aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen werden muss, etwa bei einem nicht mehr standfesten Straßenbaum.

Dabei ist aber zu beachten, so der Hinweis aus dem RP, dass dieser Schnitt nicht auf andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden kann - also nicht als pauschaler "Freibrief" für den jederzeitigen Motorsägen-Einsatz an Straßen- und Wegesrändern herhalten darf. "Was verschoben werden kann, muss also außerhalb der geschützten Zeit (1. März bis 30. September) stattfinden", so Diemel. Weitere Auskünfte zu dieser Thematik erteilt unter anderem die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium.

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