Die Corona-Warn-App soll helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. FOTO: DPA
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Die Corona-Warn-App soll helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. FOTO: DPA

Mit Handy-Hilfe gegen die Krise

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Künftig sollen auch die Bürger in Hessen ihr Mobiltelefon einsetzen können, um die Corona-Epidemie einzudämmen. So stellt es sich die Landesregierung vor, nachdem die Corona-Warn-App aktiviert wurde.

Nach dem Start der staatlichen Warn-App im Kampf gegen den Corona-Virus haben führende Landespolitiker in Hessen zum Gebrauch der freiwilligen Anwendung auf dem Smartphone aufgerufen. Unterdessen wirbt Hessens Finanzminister im Landtag um Unterstützung für ein milliardenschweres Hilfspaket zur Bewältigung der Krise. Was sonst noch in Sachen Corona läuft, steht im Überblick:

Corona-App:Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) appelliert, die Corona-Warn-App des Bundes auf dem Smartphone zu installieren. "Damit wir die Verbreitung des Virus weiter eindämmen können, ist es nach wie vor wichtig, dass alle mithelfen", sagte er. Nach Darstellung von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) können Menschen mit der App "unmittelbar darüber informiert werden, wenn sie Kontakt mit einem Infizierten hatten". Dies sei wichtig, um die Infektionsketten nachzuverfolgen. Im Kampf gegen das Virus ist nach langen Vorbereitungen die staatliche Warn-App gestartet. Sie kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die Verwendung ist freiwillig.

Davidstern-Verbot gefordert:Die evangelische Kirche fordert, dass das Tragen des Davidsterns bei Demonstrationen gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie verboten wird. Opfer des Holocaust würden damit verunglimpft, erklärte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Dienstag in Darmstadt. Zuletzt seien vermehrt T-Shirts mit nachgebildeten Davidssternen auf sogenannten Hygiene-Demos zu sehen gewesen. Sie seien dem NS-Symbol eines "Judensterns" eng nachempfunden. Demonstrationsteilnehmende inszenierten sich dadurch als Opfer vermeintlich diktatorischer staatlicher Maßnahmen. Kirchenpräsident Volker Jung forderte in einem Brief an die kommunalen Spitzenverbände und Oberbürgermeister im Kirchengebiet, dies zu untersagen. Die Stadt München habe bereits verboten, den NS-Symbolen nachgeformte Davidsterne zu tragen. Es seien auch bereits weitere Motive aus der NS-Diktatur gezeigt worden. "Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verurteilt diese unerträgliche Verunglimpfung von Opfern des Holocaust auf das Schärfste. Wir fordern, das Tragen solcher Motive auf Demonstrationen zu verbieten", heißt es in dem Schreiben. Das Gebiet der EKHN erstreckt sich über Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz.

Gastro-Krise:Wegen Corona sind die Erlöse im hessischen Gastgewerbe im April massiv eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die preisbereinigten Umsätze bei Hotels, Gasthöfen und Pensionen um 86 Prozent zurück, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Die Gastronomie verzeichnete einen Rückgang um 71 Prozent. Die größten Einbußen zeigten sich im Ausschank von Getränken: Die Umsätze beliefen sich auf ein Zehntel des Niveaus von April 2019.

Im April war das öffentliche Leben massiv eingeschränkt worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Unter anderen bestanden ein Beherbergungsverbot für Privatgäste und weitreichende Beschränkungen für grenzüberschreitende Reisen. Restaurants durften nur Speisen zum Mitnehmen anbieten, Veranstaltungen wurden abgesagt.

Luftverkehr:Am Frankfurter Flughafen sind die Passagierzahlen und Flugbewegungen in der vergangenen Woche trotz der ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen auf sehr niedrigem Niveau geblieben. Auch der Frachtverkehr verzeichnete auf Jahressicht erneut einen zweistelligen Rückgang. Die Zahl der an Deutschlands größtem Flughafen abgefertigten Passagiere sei in der Woche vom 8. bis 14. Juni im Vergleich zum Vorjahr um 92,8 Prozent auf 109 376 gefallen, teilte Fraport mit. Damit fiel der prozentuale Rückgang etwas höher aus als in der Vorwoche und auch die Passagierzahl ging im Wochenvergleich etwas zurück. Viele Fluggesellschaften bieten seit Juni wieder mehr Flüge an, nachdem der Passagierverkehr wegen der weltweiten Reisebeschränkungen seit Ende März weitgehend zusammengebrochen war.

Flüchtlingsheim:Nach dem Auftreten von zwei Covid-19-Fällen in einer nordhessischen Flüchtlingsunterkunft werden sämtliche Bewohner der Einrichtung auf das Coronavirus getestet. "Von einem Großteil wurden bereits Abstriche genommen", sagte der Erste Kreisbeigeordnete Rainer Wallmann (SPD). Mit ersten Ergebnissen der Untersuchung werde Ende der Woche gerechnet. Die Einrichtung in Eschwege war am Montag vorsichtshalber unter Quarantäne gestellt worden, nachdem zwei Bewohner positiv getestet wurden. Insgesamt betroffen sind den Angaben zufolge 119 Menschen.

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