Handwerk stellt sich Herausforderungen der Zeit

Wetzlar (hp). Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, begrüßte am Donnerstag im Festzelt am Berufsbildungs- und Technologiezentrum rund 130 Gäste zum Jahresempfang der Kammer.

Wetzlar (hp). Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, begrüßte am Donnerstag im Festzelt am Berufsbildungs- und Technologiezentrum rund 130 Gäste zum Jahresempfang der Kammer. "In meinem ersten Amtsjahr war es mir wichtig alte Kontakte zu erhalten und neue zu knüpfen, deutlich Gehör für das Handwerk bei allen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern im Land zu schaffen - kurz: die Arbeit meiner Vorgänger fortzusetzen", so Repp. Als Stärkungsmaßnahme für das Handwerk nannte er die gut angelaufene bundesweite Image-Kampagne "Handwerk - die Wirtschaftsmacht von nebenan", aber auch den neu geschaffenen Wettbewerb "Innung 2010" .

"Der Kontakt zur Basis ist mir besonders wichtig, denn bei Besuchen in Betrieben und Schulen merkt man am ehesten wo der Schuh drückt", sagte Repp, der die Aus- und Weiterbildung als Herzstück der Kammerarbeit sieht.

Vor diesem Hintergrund bat er auch die Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schulen und Behörden weiterhin um gute Unterstützung: "Haben sie auch in Zukunft ein offenes Ohr für das Handwerk, für den Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft - auch wenn die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden scheint." Das Handwerk sei der richtige Partner für die Politik und die Menschen.

Repp unterstrich die Wichtigkeit Mittelhessens als starke Handwerksregion für die Handwerkskammer. "Nicht umsonst haben wir seit 2006 hier eine Geschäftsstelle im BTZ, das seit mehr als 30 Jahren ein Bildungsstandort von herausragender Bedeutung ist, und sind im Verein MitteHessen von Anfang an engagiert." Mittelhessen sei einer der Schlüssel für die Arbeit der Handwerkskammer in der Fläche. Repp unterstrich auch die Bedeutung des Meisterbriefes im Rahmen der Aus- und Weiterbildung, der weltweit einen guten Ruf hat und Motivation zur Qualifikation bietet. "Der gesellschaftliche und technische Wandel, der rasante Geschwindigkeit erreicht hat, birgt große Herausforderungen für das Handwerk, die wir gemeinsam engagiert angehen. Die Kammer wird weiterhin nicht in dem Bemühen nachgeben, das Beste für das Handwerk und seine Betriebe zu erreichen."

Regierungspräsident Dr. Lars Witteck unterstrich das gute Zusammenwirken aller Kräfte in Mittelhessen, das die Region immer weiter voran bringe. "Gerade das Handwerk in seiner Bodenständigkeit und Nähe zu den Menschen unterstütze ich besonders gerne und habe immer ein offenes Ohr für eventuelle Probleme", so Witteck, und: "Wir müssen gemeinsam dem drohenden Fachkräftemangel entgegen wirken, um den Ideenreichtum und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten." Der Staat könne nur schwer Defizite beseitigen. Daher sei es wichtig, dass Politik, Schulen und Elternhäuser die Jugend fit für eine Ausbildung im dualen System machen. "Vieles ist noch umstritten - etwa eine klügere Einwanderungspolitik -, doch wir sollten auf das Handwerk als ‘Stimme der Vernunft’ hören", so Witteck. Er sei "auf jeden Fall optimistisch, dass es in Mittelhessen gelingen wird - und dafür braucht die Region das Handwerk."

Der Wetzlarer Stadtrat Achim Beck (CDU) hob die gute Zusammenarbeit der Stadt mit den Handwerksbetrieben in der Region hervor, die bis zum Hessentag im Jahre 2012 noch eine Menge Projekte angehen werde. "Wir müssen sehen, dass die jungen Menschen nicht Arbeitsplätzen hinterher wandern und aus der Region verschwinden. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, attraktiv zu bleiben und wenn möglich noch besser zu werden", sieht Beck die Politiker in der Pflicht, Lösungen zu finden.

Kammergeschäftsführer Harald Brandes lobte zum einen die Bürger, die in Krisenzeiten nicht in Schockstarre verfielen und trotzdem investierten, aber auch die Sozialgesetzgebung die mittels Kurzarbeit dafür sorge, die Menschen vor Ort zu halten, und die Konjunkturprogramme, die den Sturz der Wirtschaft abfederten. Brandes: "In Sachen Bildung ist zu sagen: Die Jugend von heute ist nicht schlechter, sondern anders als früher. Wir müssen alles daran setzen, so viele Jugendliche wie möglich in eine Berufsausbildung zu bringen." Wichtig sei es, gründlich Berufsorientierung zu betreiben und dabei auch die Elternhäuser mitzunehmen. Brandes: "Viele Berufe haben andere Namen, mit denen viele nichts anfangen können.

Inhalte ändern und Namen belassen - das wäre eine gute Maßnahme gewesen". Im Anschluss an den offiziellen Teil war bei gutem Essen reichlich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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