Mit Grünguthäcksel das Unkraut eindämmen

Alsfeld (rs). Die Erbse ist einerseits eine wichtige, andererseits eine schwierig zu ziehende Frucht. Das wurde jetzt beim Feldtag ökologischer Landbau zum Thema "Bodenfruchtbarkeit im Visier" deutlich.

Bei der Veranstaltung auf dem Demeter-Betrieb Karl-Heinrich und Robert Kasper in Alsfeld-Liederbach wurde auf der Basis von Feld- und Laborversuchen gezeigt, dass man mit einfachen landwirtschaftlichen Mitteln eine Ertragsverbesserung erreichen kann. Eingeladen hatte das Beratungsteam ökologischer Landbau des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen, informiert wurde in praxisnahen Vorträgen und Feldstationen über Anregungen zur Bodenfruchtbarkeit und Sortenwahl, Leguminosenanbau und Beikrautregulierung.

Der Feldtag wurde in Zusammenarbeit mit dem Projekt "Steigerung in der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit" organisiert. Referent Dr. Klaus Peter Wilbois (Forschungsinstitut für biologischen Landbau, FiBL, Schweiz) unterstrich, das Projekt zur Bodenfruchtbarkeit basiere auf der Analyse von Betrieben und laufe auf eine Steigerung der Wertschöpfung hinaus, ein zentrales Anliegen für die Landwirtschaft.

Hohe Bodenverbesserung

Im Mittelpunkt stehen viehschwache Marktfruchtbetriebe mit Schwerpunkt Körnerleguminosen, für die es eine hinreichende Marktnachfrage gebe. Zudem gehe mit ihr eine hohe Bodenverbesserung einher. Erbse sei die stärkste Frucht, leider stark im Rückgang begriffen, weil sie immer häufiger nur schlecht gelinge. Die Erbse leide stark unter den Fußkrankheiten, unter anderem bedingt durch große Flächen und Klee in der Fruchtfolge.

Vorgestellt wurden Analysen von 32 Praxisbetrieben in ganz Deutschland, die im Mittel seit 15 Jahren ökologisch wirtschaften. Ein Ergebnis: Die Wintererbsen werden weit weniger von Läusen befallen als spätere Sorten, wobei die Blütenfarbe offenbar nicht relevant ist. Günstig erscheint die Gemengesaat mit Triticale (Getreide, Kreuzung aus Weizen und Roggen).

Die Nährstoffsituation kann laut der Analyse begrenzender Faktor sein, ein Düngen mit Grünguthäcksel wurde getestet, was praktisch Unkrautfreiheit bedeute, wenn der Häcksel sehr holzig ist. Vor Winterweizen gab es Rotklee und Ackerbohne mit Gründüngung, oder gar Pferdemist, letzterer mit sehr gutem Ergebnis. Starken Einfluss hat offenbar das Gewicht der Bodenbearbeitungsmaschinen, die bis zu 20 Prozent Minderung des Ertrages nach sich ziehen können. Eine probate Maßnahme dagegen ist das Absenken des Luftdruckes unter ein Bar.

Dr. Harald Schmidt (Stiftung Ökologie & Landbau, SÖL) berichtete über die Analyse der 32 Praxisbetriebe mit unterschiedlichen Bodenqualitäten, wobei Erbsen, Ackerbohnen und als Nachfrucht Wintergetreide untersucht wurden. Ziel: Was sind die wesentlichen Einflüsse, worum muss man sich kümmern.

Viele einzelne Faktoren sind bekannt, aber welchen Stellenwert haben sie in der Praxis? Das Ergebnis bei der Erbse im Jahr 2009: Zwischen 65 (handgeerntet) und acht Dezitonnen je Hektar. Wichtigste Faktoren sind Bodenwassergehalt im Frühjahr, der Unkrautdeckungsgrad, der Phosphatgehalt sowie ein Pilz als Fußkrankheit-Erreger.

Dr. Jacques Fuchs (FiBL Schweiz) erläuterte zur Ursachenforschung der Bodenmüdigkeit, dabei werde mit einer Differenzialdiagnostik geschaut nach den Nährstoffen, den Schadstoffen sowie dem Schädlingsvorkommen. Meist seien biotische Aspekte die Ursache für Bodenmüdigkeit. Das abzuschätzen, könne der Landwirt selbst und die Felder entsprechend vor der Bestellung vorbereiten.

Zur Unkrautkontrolle und Krankheitsregulierung mit Grünschnitthäckseln (Komposte) informierte Dr. Christian Bruns von der Universität Kassel-Witzenhausen, Körnerleguminosen hätten sich zu Problemkulturen entwickelt, weshalb mehr und mehr Betriebe den Anbau aufgegeben hätten, was Proteinmangel im Viehfutter zur Folge habe. Kann dann Grüngut aus anderen Betrieben helfen? Der Effekt mit Grünguthäcksel sei sehr deutlich bei Unkraut, so Bruns, die Differenz im Unkrautdeckungsgrad sei bis zum Doppelten ohne Grünguthäcksel. Diese Vorgehensweise ersetze zwar nicht die Unkrautregulierung, helfe aber andere Dinge zu mindern.

Versuche mit Gurken

Wie kann man Pflanzenkrankheiten bei Körnerleguminosen kontrollieren? Versuche mit Gurken haben ergeben, dass die Gabe von Grüngutkompost dazu führt, dass die negativen Krankheitseffekte fast eingedämmt werden. Im Feldversuch ergaben sich bei der Wintererbse ähnliche Ergebnisse. Unter Feldbedingungen müsste man in der Reihenapplikation fünf Tonnen Trockenmasse je Hektar aufwenden. Deshalb wurde dazu eine Maschine entwickelt, um den Kompost gezielt abzulegen, denn ungezielt benötigt man 150 bis 200 Tonnen Trockenmasse je Hektar, ein unrealistischer Wert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare