Grüne wählen bei OB-Stichwahl SPD

Frankfurt (dpa/lhe). Die Wähler der Grünen haben bei der OB-Stichwahl in Frankfurt mehrheitlich Rot gewählt. Der unterlegene CDU-Kandidat, Innenminister Boris Rhein, habe bei den Grünen Stammwählern nicht profitieren können, sagte Stadtrat Volker Stein (FDP) bei der Vorstellung der Wahlanalyse am Montag in Frankfurt.

Dabei hatten sich Grüne aus dem Magistrat für Rhein als Garant der stabilen Regierungskoalition stark gemacht.

"Für viele Grünen-Anhänger ist Rhein aber auch ein Repräsentant der Hessen-CDU, deren frühere Wahlkampfaktionen bei den Grünen Stammwählern nicht vergessen sind", sagte Stein. Aber nicht nur Grüne wählten SPD: "Feldmann vereinte weitgehend die Stimmen aller ausgeschiedener Kandidaten auf sich." In der ersten Wahl vor zwei Wochen waren zehn Kandidaten angetreten.

Feldmann bekam in der Stichwahl rund 35 500 Stimmen mehr als im ersten Wahlgang; Rhein nur 1300. Für Feldmann stimmten insgesamt etwa 23 700 Frankfurter mehr als für seinen Konkurrenten. Im ersten Wahlgang hatte Feldmann noch mit rund 10 500 Stimmen hinter dem CDU-Favoriten gelegen. Die Wahlbeteiligung betrug in der Stichwahl 35,1 Prozent – 2,4 Punkte weniger als bei der ersten Wahl. Die Zahl der ungültigen Stimmen sei mit 1,4 Prozent unterdurchschnittlich gering, sagte Stein.

Feldmann habe in der Stichwahl in allen Stadtquartieren gepunktet. Vor allem in den Grünen-Mehrheitsbezirken schnitt er gut ab. Aber auch im CDU-"Stammland" – darunter den vom Fluglärm besonders belasteten südlichen Stadtteilen. Die Flughafenausbaugegner (FAG), deren Kandidatin im ersten Wahlgang 4,0 Prozent der Stimmen bekam, hatten empfohlen, in der Stichwahl für Feldmann zu stimmen. Auch in den Stadtteilen mit besonders vielen Sozialwohnungen bekam der neue SPD-OB viele Stimmen. Nur in den CDU-Hochburgen schaffte Rhein die Mehrheit, insgesamt waren das in 8 von 44 Stadtteilen.

"Das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen gab es nur bei den Wählern über 60 und auch da ging es zugunsten von Feldmann aus", erklärte Stein. Lediglich bei den Frauen dieser Altersgruppe hatte Rhein mit 50,1 Prozent eine Mehrheit. Feldmann bekam von den jüngeren Wählern bis zu drei Viertel der Stimmen.

Mit 57,4 Prozent der gültigen Stimmen war Feldmann überraschend deutlich zum Nachfolger von Frankfurts langjähriger Oberbürgermeisterin Petra Roth gewählt worden. Rhein kam auf 42,6 Prozent.

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