Mit großem Respekt vor der Bausubstanz saniert

Wiesbaden/Wetzlar (pm). Für die vorbildliche Sanierung eines Wohnhauses der Moderne erhielten Gerhild und Walter Seibert aus Wetzlar gestern von Eva Kühne-Hörmann, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, im Schloss Biebrich den hessischen Denkmalschutzpreis. "Denkmäler spiegeln die reiche Kulturtradition unseres Landes, erklärte die Ministerin. Denkmalpflege sei identitätsstiftend und biete Orientierung. Der zum 25. Mal verliehene Preis ist mit insgesamt 15 000 Euro dotiert, 3000 Euro davon gingen an die Seiberts.

Wiesbaden/Wetzlar (pm). Für die vorbildliche Sanierung eines Wohnhauses der Moderne erhielten Gerhild und Walter Seibert aus Wetzlar gestern von Eva Kühne-Hörmann, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, im Schloss Biebrich den hessischen Denkmalschutzpreis. "Denkmäler spiegeln die reiche Kulturtradition unseres Landes, erklärte die Ministerin. Denkmalpflege sei identitätsstiftend und biete Orientierung. Der zum 25. Mal verliehene Preis ist mit insgesamt 15 000 Euro dotiert, 3000 Euro davon gingen an die Seiberts.

Jede Zeit hat ihre Baudenkmäler, auch die jüngere Vergangenheit. Erst mit zeitlichem Abstand lässt sich feststellen, welche Objekte in besonderem Maße dazu auffordern, als Zeitzeugen erhalten zu werden, so wie das 1956 fertiggestellte Haus Seibert im Johanneshof 5 in Wetzlar. Bereits 1958 war auf die Beispiel gebende Bedeutung des Flachdach-Bungalows in renommierten Fachzeitschriften hingewiesen worden.

Der Eingangsbereich ist Gelenkpunkt der im stumpfen Winkel zueinander stehenden Gebäudeflügel; im einen sind die Schlafzimmer und das Bad untergebracht, der breitere Bauteil mit Diele, Wohn-Esszimmer und Küche hat seine Fortsetzung in der überdachten Terrasse.

Durch die filigrane großflächige Verglasung entsteht ein nahtloser Übergang von Drinnen nach Draußen. Es wird eine Atmosphäre der Leichtigkeit und Transparenz erzeugt, deren Architektur im Verständnis der Zeit auch für das demokratische Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik stand.

Die Architektur der ersten Wiederaufbauphase entwickelte mit neuen Materialien wie (Sicht-) Beton, Natur- und Kunststein, Metall, Glas und Keramik eine neue Formensprache. Diese Materialien erfordern bei einer Restaurierung und Sanierung besondere handwerkliche Kenntnisse und Sorgfalt. Den Eigentümern ist es gelungen, das Gebäude in seinen einzelnen Teilen und in seinem Gesamteindruck unverändert zu erhalten.

Die zeittypischen Einbaumöbel wurden restauriert und für die veraltete Haustechnik eine zeitgemäße Lösung gefunden. Bei notwendigem Ersatz und Ergänzungen von Bauteilen bewiesen die Eigentümer ein sicheres Gespür. Alt und neu bleiben gut erkennbar und fügen sich zu einem geschlossenen Ganzen.

"Mit großem Respekt vor der Bausubstanz haben es die Eigentümer verstanden, den unverstellten Eindruck von der gehobenen Wohnkultur der Wiederaufbauzeit nach den Vorstellungen der Moderne zu bewahren" hieß es aus Wiesbaden.

Weitere Preise gingen nach Waldeck-Frankenberg (5000 Euro), Limburg-Weilburg und Kassel (je 3500 Euro).

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