Grausiger Fund: Mumifizierte Leiche im Keller

Bad Nauheim (bk). Sohn tot, Mutter tot: Die Polizei hat am Donnerstag in einem völlig vermüllten Haus in Steinfurth eine zweite Leiche gefunden. Es handelt sich um die 71-jährige Bewohnerin, die als vermisst galt. Laut Obduktionsergebnis von Freitag ist sie vor Monaten eines natürlichen Todes gestorben.

Der 52-jährige Sohn war bereits am 6. Februar tot im Hausflur entdeckt worden.

Über das, was sich in dem großen Wohnhaus in den letzten Monaten abgespielt hat, gibt es keine gesicherten Informationen. Was bekannt ist, liegt fast jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. "Die 71-Jährige muss bereits vor Monaten verstorben sein, die mumifizierte Leiche lag im Keller. Wir haben sie aufgrund des Zahnstatus identifiziert. Die Spürhunde konnten nicht anschlagen, weil es keinen Verwesungsgeruch gab", erklärte Polizeisprecher Jörg Reinemer. Zweiter Grund: Es war zunächst völlig unmöglich, in die Kellerräume vorzudringen. Als das Team der Entrümpelungsfirma, die seit 6. Februar mit Unterbrechungen im Gebäude tätig ist, endlich bis zur Tür vorgedrungen war, die zur Kellertreppe führt, stand man wieder vor einem Berg von Müll. Reinemer: "Der Abfall war bis zur Decke gestapelt, es gab kein Durchkommen."

Wie die Leiche der Mutter in den Keller kam, darüber kann nur spekuliert werden. Entweder ist sie am Fundort verstorben oder der Sohn hat sie dorthin geschafft. Klar ist: Der 52-Jährige, der offenbar Alkoholiker war, muss die Räume mit Abfall gefüllt haben, nachdem die tote Frau dort lag. Die Scheiben waren vereist, weil nicht geheizt wurde. Der Verwesungsgeruch könnte deshalb nicht allzu stark gewesen sein.

Wie die Obduktion der Leiche des Mannes ergeben hatte, war er Ende Januar/Anfang Februar verstorben. Die Polizei war am 6. Februar ins Haus eingedrungen, nachdem sich Nachbarn gemeldet hatten. In den letzten Tagen war in Steinfurth eifrig über den Verbleib der 71-Jährigen spekuliert worden. Ein Nachbar hatte sich bei der Wetterauer Zeitung gemeldet und vermutet, die Seniorin halte sich in Langen auf. Dort hatte sie früher mit ihrem vor Jahren verstorbenen Ehemann gelebt.

Laut Reinemer war das Paar vor etlichen Jahren nach Steinfurth zum Sohn gezogen: "Die Frau war von den Nachbarn vor Monaten zum letzten Mal gesehen worden. Vermutlich ist sie in diesem Zeitraum verstorben." Zunächst hieß es, die beiden verstorbenen Hausbesitzer hätten keine Angehörigen. Inzwischen hat die Polizei aber entfernte Verwandte ermittelt.

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