Gewerkschaft der Polizei klagt über zu wenig Personal

Frankfurt (dpa/lhe). Die hessische Polizei arbeitet nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) längst an ihrer Belastungsgrenze. "Die seit Jahren zunehmenden Anforderungen führen zu immer mehr psychisch und psychosomatisch bedingten Krankheitsfällen", sagte GdP-Landesvorsitzender Jörg Bruchmüller in Frankfurt.

Die GdP vertritt in Hessen nach eigenen Angaben fast 11 700 Mitglieder – knapp ein Prozent mehr als vor einem Jahr. "Die Personaldecke ist vielerorts zu kurz und wird immer dahin gezogen, wo es gerade fehlt", kritisierte Bruchmüller. Steigende Internet-Kriminalität, Gewalt in Fußballstadien und Großeinsätze wie bei "Blockupy" oder bei Demonstrationen von Rechtsextremen oder gegen sie beschäftigten immer mehr Beamte. "Das schwächt die Polizei und die Qualität der inneren Sicherheit." Ein Beleg für das fehlende Personal sei der wachsende Berg an Überstunden, die auch nur unzureichend vergütet würden.

Besonders stark seien die Belastungen im Wechselschichtdienst, weil die Polizisten rund um die Uhr Anzeigen aufnähmen oder gewaltsame Familienstreitigkeiten schlichteten. Diese Kollegen hätten bei einer 42-Stunden-Woche und knappem Personal zu wenig Erholung. Im Vergleich zu anderen Bundesländern seien auch die Anreize zu niedrig. "Für einen Nachtdienst erhält ein Polizist in Hessen nicht einmal halb so viel wie sein Kollege in Bayern. Mit Geld kann man sich zwar keine Gesundheit erkaufen, eine allein erziehende Kollegin könnte aber eher eine Tagesmutter bezahlen.

" 415 Polizisten seien 2012 eingestellt worden. Notwendig sind nach Berechnungen der Gewerkschaft mindestens 550 Beamte pro Jahr, um den Status quo zu halten. In zwei oder drei Jahren beginne zudem die Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge. Besonders betroffen davon seien Nord-, Ost- und Mittelhessen.

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