Gericht: Streckenposten ist unfallversichert

Gießen/Friedberg (dpa). Wer bei einem Autorennen freiwillig und unentgeltlich als Streckenposten im Einsatz ist und zu Schaden kommt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Gießen/Friedberg (dpa). Wer bei einem Autorennen freiwillig und unentgeltlich als Streckenposten im Einsatz ist und zu Schaden kommt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Sozialgerichts Gießen hervor (Az.: S 3 U 202/08).

Das Gericht gab mit seiner Entscheidung einem 1973 geborenen Kläger aus der Wetterau recht. Ihn muss die beklagte Berufsgenossenschaft entschädigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann hatte als Mitglied eines Motorsportclubs im Oktober 2000 als Streckenposten an der "Rallye Wartburg" in Thüringen teilgenommen. Das Autorennen wurde von einem anderen Motorsportclub veranstaltet. Es kam zu einem schweren Unfall, bei dem ein Rennfahrer wegen zu hohem Tempo von der Strecke abkam und in eine Absperrung raste. Ein Zuschauer starb, der Streckenposten wurde schwer verletzt. Er ist seitdem stark gehbehindert.

Die Berufsgenossenschaft hatte die Zahlung von Leistungen mit der Begründung abgelehnt, der Kläger habe sich aus der Verpflichtung gegenüber seinem Motorsportclub heraus als Streckenposten angeboten. Die Tätigkeit sei also nicht versichert gewesen. Dem hielt das Gericht entgegen, dass der Kläger durch seine Clubmitgliedschaft keinerlei Verpflichtung gehabt habe. Der Veranstalter des Rennens hätte auch Streckenposten gegen Entgelt beschäftigen können. Der Kläger sei also wie ein Beschäftigter gesetzlich unfallversichert gewesen und müsse auch für die Folgen des Unfalls entschädigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare