+
Dr. Georg Kleinhans in seinem Garten in Lahnau.

Dr. Georg Kleinhans geht in Ruhestand

Wetzlar (wv). "Ja, ich bin mit Leib und Seele Arzt, aber am 30. April ist damit Schluss, dann beginnt für mich eine neue Lebensphase." Dr. Georg Kleinhans, Urologe, Privat-Dozent und Chefarzt, wird nach 25-jähriger Tätigkeit das Wetzlarer Klinikum verlassen und den weißen Kittel in den Schrank hängen.

Die vertragliche Ruhestandsregelung sieht der Mediziner mit einem lachenden und weinenden Auge. "Ich habe dann zwar mehr Freizeit, aber der tägliche Kontakt mit meinem Mitarbeiterteam und den vielen Patienten wird mir schon fehlen", sagt der gebürtige Münsterländer, der mit seiner Frau Hedwig in Waldgirmes wohnt.

Vorsorge ernst nehmen

Künftig wird er häufiger in seiner "grünen Oase" zu finden sein, ein mit Ziersträuchern und Blumen geschmackvoll angelegter Gar-ten. "Beschränkten sich die Gartenaktivitäten meines Mannes aus Zeitgründen nur auf Rasenmähen und Baumpflege, so entwickelt er sich immer mehr zum anerkannten Hobbygärtner, lobt seine Gattin. Aber auch seine drei in Lahnau verheirateten Töchter und die fünf Enkel, warten schon darauf, dass Opa Georg mehr Zeit für sie hat. Kommt der Familien-Mensch auf seine Urlaubspläne zu sprechen, stehen die kunstgeschichtlichen Reisen ganz oben auf der Beliebtheitsskala, Radtouren durch Deutschland und auch die baltischen Staaten sind weitere Ziele. Außerdem hegt Kleinhans schon lange den Wunsch, den Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela zu gehen. Die dazu erforderliche körperliche Fitness trainiert er regelmäßig beim Joggen.

Sein Engagement in der katholischen Kirchengemeinde "Mariä Schmerzen" von Lahnau soll unter den Freizeitaktivitäten auch zukünftig einen besonderen Stellenwert einnehmen. Seit über 20 Jahren ist er als Bildungsbeauftragter seiner Pfarrgemeinde aktiv. Seine aktive Mitarbeit in der Hospiz-Bewegung, der Wetzlarer Caritas und dem Förderverein "Klinikum Wetzlar" sind dem Urologen weiterhin wichtig.

Nur zögerlich kommt das Gespräch auf die Arbeit im Klinikum, wo Kleinhans seit 1989 als Chefarzt arbeitet. Zuvor war er an der Universitätsklinik Münster tätig. "Damals pflegten viele Chefärzte noch das Image, ›Halbgötter in Wei? zu sein. Dieser Status hat sich im Laufe der Jahre glücklicherweise geändert", sagt Kleinhans. Die neue Generation der Chefärzte habe erkannt, dass nur die Teamarbeit zum Erfolg führe. Die notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Onkologie habe dieses Denken sicherlich gefördert.

"Ja, ich habe viel Freude an meinem Beruf, obwohl uns Medizinern täglich die Grenzen unserer Möglichkeiten aufgezeigt werden. Dabei war es mir immer wichtig, jeden Patienten als Menschen kennenzulernen, denn nur so kann ich seine Ängste und Sorgen verstehen", beschreibt der Mediziner seine Auffassung von einem intakten Arzt- und Patientenverhältnis. Dabei dürfe sich der Umfang an persönlicher Zuwendung nicht an der Zugehörigkeit zu bestimmten Krankenkassen orientieren.

Dann kommt Kleinhans auf die Zunahme der Krebserkrankungen zu sprechen, die ihm große Sorgen bereite. So gehört das Prostata-Karzinom noch immer zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. "Nehmen Sie die Sache nicht auf die leichte Schulter, und gehen Sie zur Vorsorge, denn Früherkennung rettet Leben", so die eindringliche Bitte des scheidenden Chefarztes.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare