Genetischer Fingerabdruck

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Seit Anfang 2010 untersucht die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung als "Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf" Proben von Kot, Haar oder Speichel. Im Labor des Fachgebiets Wildtiergenetik in Gelnhausen werden gesammelte Proben zentral untersucht. Fragen und Antworten zum Wolfsmonitoring:

Seit Anfang 2010 untersucht die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung als "Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf" Proben von Kot, Haar oder Speichel. Im Labor des Fachgebiets Wildtiergenetik in Gelnhausen werden gesammelte Proben zentral untersucht. Fragen und Antworten zum Wolfsmonitoring:

? Welche Informationen gehen aus den genetischen Untersuchungen hervor?

Zunächst einmal kann der "genetische Fingerabdruck" nachweisen, ob die Probe tatsächlich von einem Wolf stammt. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr Informationen lassen sich zu Verwandtschaftsverhältnissen etwa zu bereits bekannten Wölfen oder Wanderungsbewegungen ableiten. So lässt sich nach Angaben der Wissenschaftler etwa bei allen bekannten Rudeln bestätigen, dass es sich um Familien handelt, deren Nachwuchs meist ein bis zwei Jahre beim Rudel verbleibt und danach abwandert, um sich ein eigenes Revier zu erschließen und einen Partner zu suchen,

? Wie sind Wölfe derzeit in Deutschland verbreitet?

Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) leben in Deutschland derzeit 73 Rudel, 31 Paare sowie drei territoriale Einzeltiere. In 66 der Rudel konnte Nachwuchs mit insgesamt 267 Welpen bestätigt werden. Vor allem in Niedersachsen, in Sachsen und in Brandenburg konnten jeweils mit zwischen 17 und 20 Rudeln größere Wolfszahlen nachgewiesen werden.

? Vermischen sich eigentlich Wölfe mit Hunden?

"Einer der großen Streitpunkte ist immer: Ist das überhaupt ein Wolf?", sagt Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger. Im Fall gerissener Schafe oder anderer Nutztiere habe das Konsequenzen: Wölfe seien streng geschützt, Hybriden nicht. Dabei handelt es sich um den gemeinsamen Nachwuchs von Hunden und Wölfen. Mittlerweile gebe es "alternative Wissenschaft", die von einem hohen Anteil von Hybriden ausgehe. Die wissenschaftliche Analyse der Senckenberg-Wissenschaftler könne dies nicht bestätigen. Bislang seien in Deutschland zwei Hybridisierungsfälle nachgewiesen.

? Was verrät die Genanalyse über die Wanderung der Wölfe?

Die Senckenberg-Forscher arbeiten in einem europäischen Verbund mit anderen Wissenschaftlern zusammen. Aus den Daten polnischer Wissenschaftler lässt sich belegen, dass deutsche Wölfe genetisch stark den westpolnischen Wolfsbeständen sowie Tieren aus einem Gebiet im südwestlichen Masuren ähneln. Im Süden Deutschlands werden über die DNA-Analysen gelegentlich Wölfe nachgewiesen, die aus dem Alpenraum stammen. Das genetische Material lässt auch die Rekonstruktion von Weitwanderungen einzelner Wölfe zu. So konnte im Jahr 2016 die Route eines Jährlings von Cuxhaven bis in den Bonner Raum und zurück nach Niedersachsen verfolgt werden.

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