Für rund 35 Millionen Euro saniert die Fraport AG eine der wichtigsten Rollbahnen auf dem Frankfurter Flughafen. Das muss abschnittsweise geschehen, da für die Arbeiten nur die Nachtstunden zur Verfügung stehen und der sanierte Bereich schon am nächsten Tag wieder benutzbar sein muss. FOTO: DPA
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Für rund 35 Millionen Euro saniert die Fraport AG eine der wichtigsten Rollbahnen auf dem Frankfurter Flughafen. Das muss abschnittsweise geschehen, da für die Arbeiten nur die Nachtstunden zur Verfügung stehen und der sanierte Bereich schon am nächsten Tag wieder benutzbar sein muss. FOTO: DPA

Generalüberholung für "Lima"

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Es staubt und es dröhnt in der Nacht - doch tagsüber ist auf dem größten deutschen Flughafen vom nächtlichen Treiben nichts mehr zu sehen. Das ist auch besser so, wenn nachts an einer riesigen Rollbahn für Flugzeuge gebaut wird.

Das eine oder andere Flugzeug rollt noch vorbei, wenn die Bagger Kurs auf "Lima" nehmen. Da geht es dann aber höchstens um Positionsveränderungen, denn der Flugbetrieb muss ruhen, wenn es auf den Nachtbaustellen des Frankfurter Flughafens losgeht - das gilt umso mehr für die Rollbahn L (wie Lima), eine der beiden durchgängig von Ost nach West verlaufenden Rollbahnen des Frankfurter Flughafens und damit einer der Hauptrollwege.

Derzeit ist diese Rollbahn wieder fällig für eine Generalüberholung. Die Ingenieure gehen von einer "Lebenszeit" von 20 Jahren aus, bis die Bahn grunderneuert werden muss. Denn wenn täglich zwischen 1000 und 1500 Flugzeuge über die Bahn rollen, bleibt das nicht ohne Folgen: Abrieb auf der Oberfläche, Dellen im Beton und Asphalt. Bereits seit August 2019 wird saniert, Nacht für Nacht.

"Die Bauarbeiten sind für 250 Nächte geplant - das ist schon eine größere Maßnahme", sagt Alexander Betz, einer der zuständigen Projektleiter beim Flughafenbetreiber Fraport. Gebaut wird zwar eigentlich ständig - aber in der Regel sind die Bauprojekte nach 100 bis 150 Nächten abgeschlossen. Doch hier geht es immerhin um eine Gesamtsanierungsfläche von 120 000 Quadratmetern - das entspricht etwa 17 Fußballfeldern. Die Sanierung der West-Rollbahnen soll im Oktober fertig sein.

Der Auftakt der Baunacht, die pünktlich um 22 Uhr beginnt, ist extrem laut, wenn gleich mehrere Kettenbagger die Betondecke des Baufelds in Angriff nehmen und aufmeißeln. Staub liegt in der Luft, der Boden vibriert auch noch bei Sicherheitsabstand am Rand des Areals. In einer Nacht wird auf einer 600 bis 750 Quadratmeter großen Fläche gebaut - und dabei bleibt nichts dem Zufall überlassen, wie Betz betont: "Koordination, Organisation, Vorbereitung der Maßnahme ist das A und O."

Alles muss fertig werden

Jeder der Arbeiter wisse: der Bagger muss dorthin fahren, der Lkw dahin, der nächste Bagger hierhin - das sei alles koordiniert. "Da kommt kein Lkw erst mal an die falsche Stelle", versichert Betz. Denn bei der Korrektur von falschen Positionen sei schnell mal eine halbe Stunde verloren - und das können sich Planer und Arbeiter nicht leisten. Morgens um sechs muss schließlich wieder mit der Aufnahme des Flugverkehrs das erste Flugzeug über die frische Asphaltdecke rollen können.

In der Tat greift in der Baunacht ein Arbeitsschritt in den nächsten - als ein Teil der Oberfläche aufgemeißelt ist, macht sich auch schon ein Raupengerät im Baufeld zu schaffen, schiebt den Abbruch zusammen. Lastwagen fahren vor, um das Material abfahren zu können. 80 Zentimeter werden ausgehoben, eine Lage von 30 Zentimeter Schotter ist die Basis, ehe im Laufe der Nacht 50 Zentimeter Asphalt in drei verschiedenen Lagen dazukommen.

Pro Nacht werden 750 Tonnen Asphalt beziehungsweise 2000 Tonnen Material umgeschlagen, erläutert Betz. Der vorbereitete Asphalt "wartet" bereits in Boxen in der Cargo City Süd. Denn ein Loch in der Start- und Landebahn oder Rollbahn "wäre natürlich der Super-GAU, denn das bedeutete ein längere Sperrung, bis der Asphalt drin ist. Das können wir uns nicht erlauben, deswegen ist das ganze Material vor Ort." Schließlich muss die Bahn fest und befahrbar sein, wenn um 6 Uhr morgens die ersten Flugzeuge wieder Richtung Startbahn rollen.

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