Eingesperrt

Geisel zum Koranlesen gezwungen?

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Sie sollen seine Halbschwester als Geisel gehalten und ihr IS-Videos vorgespielt haben: Seit Montag stehen deswegen ein 44-Jähriger und seine Ehefrau vor Gericht. Der Mann bestreitet alles.

Ein als Geiselnehmer angeklagter Mann hat die Vorwürfe vor dem Landgericht Darmstadt zurückgewiesen. Seine Halbschwester sei "zu keinem Zeitpunkt eingesperrt und gezwungen worden", Koranverse zu lernen und traditionelle islamische Kleidung zu tragen, ließ der 44-Jährige zum Prozessauftakt am Montag seinen Verteidiger mitteilen. Es gebe auch keine Verbindungen zu Terrororganisation wie El-Kaida oder Islamischer Staat (IS).

Tagelang geschlagen und gedemütigt

Schuld an den Vorwürfen sei seine Verwandtschaft. "Ich sehe das Verfahren als eine Intrige an, mich und meine Familie loszuwerden." Hintergrund seien Geldforderungen. Neben dem Mann steht auch seine Frau vor Gericht. Ihr Anwalt sagte, seine Mandantin wolle sich zunächst nicht äußern.

Den beiden wird vorgeworfen, die Halbschwester des Angeklagten 2015 über neun Tage hinweg in einer Wohnung in Eppertshausen (Kreis Darmstadt-Dieburg) eingeschlossen zu haben. Die Frau sei geschlagen, gedemütigt und zum Koranlesen gezwungen worden.

Schwur für IS-Ziele abverlangt?

Vorwürfe, das Opfer habe sich auch Propagandavideos des IS anschauen und einen Schwur auf dessen Ziele ablegen müssen, bearbeitet die in solchen Fällen für Hessen zentral zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, hieß es dort. Für den Prozess in Darmstadt sind insgesamt fünf Verhandlungstage vorgesehen.

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