Gefährliche Zeit

Frankfurt - Alkohol, illegale Drogen, Aufputschmittel, Online-Spiele - die Corona-Krise wird nach Einschätzung von Experten zu mehr Suchterkrankungen führen. »Wir stellen seit Beginn der Pandemie einen Anstieg bei den Anfragen nach Suchtberatung fest«, sagte die Geschäftsführerin der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS), Susanne Schmitt. Die Beratungsstellen in Hessen böten wegen der Pandemie vermehrt Beratung per Telefon oder Video an.

Erste Studien zeigten, dass der Alkoholkonsum während des Lockdowns im März 2020 zugenommen habe, nicht nur in Hessen, sondern bundesweit. »Es ist zu vermuten, dass aufgrund der Dauer der Pandemie weiter vermehrt getrunken wird«, sagte Schmitt. Gleiches gelte für den Konsum illegaler Drogen wie Cannabis oder Kokain und Medikamentenmissbrauch. Auch die Mediennutzung etwa von Computerspielen habe deutlich zugenommen. »Eine fehlende Tagesstruktur, der Verzicht auf Freizeitaktivitäten, Sorgen und Ängste um den Arbeitsplatz verleiten zum Konsum und erhöhen das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Problematisches Online-Spielen gehört dazu. Eine Erhebung von Forsa vom Oktober hatte ergeben, dass etwa ein Viertel der Menschen mit ohnehin problematischem Alkoholkonsum seit Corona noch mehr trinkt. dpa

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