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Immer wieder gibt es Gitfköder an beliebten Stellen zum Gassigehen. (Foto: dpa)

Hundeköder

Gefährliche Hundeköder: Schwierige Ermittlungen für die Polizei

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Immer wieder finden Passanten mit ihren Hunden beim Gassigehen Köder voller Gift oder Nägel – und zeigen dies bei der Polizei an. Die steht dann nicht selten vor schwierigen Ermittlungen.

Hundeköder mit Nägeln oder Gift sind für Hessens Ermittler eine große Herausforderung. Es gebe viele Anzeigen, vergleichsweise wenig eindeutige Fälle und das Thema sei sehr emotional besetzt, erklärte Torsten Werner, Sprecher des Polizeipräsidiums Kassel am Donnerstag. Dort laufen momentan Ermittlungen wegen 18 mit Schrauben präparierten Ködern, die an einem Feldweg bei Espenau im Kreis Kassel gefunden wurden.

Eine Spaziergängerin hatte die Fleischbällchen entdeckt. Da war es für ihren Hund bereits zu spät: Er habe zwei gefressen, sei aber von einem Tierarzt gerettet worden, sagte Werner. Die Frau erstattete Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Köder seien zum Landeskriminalamt geschickt worden. Ein DNA-Test ergibt möglicherweise Hinweise auf den Täter. Die Aufklärungsquote sei aber leider niedrig. Rund ein Dutzend ähnlicher Fälle gebe es in Nordhessen pro Jahr, sagte Werner.

Hundehalter vernetzen sich im Internet

Auch in anderen Teilen Hessens gibt es Hundehasser: In Neustadt im Kreis Marburg-Biedenkopf hatte laut Polizei ein Hundehalter am vergangenen Dienstag einen ausgelegten Wurstköder gefunden. Dort ermitteln die Beamten derzeit in insgesamt zwölf Fällen. In Lampertheim im Kreis Bergstraße fand eine Hundehalterin Mitte Februar eine Frikadelle, die mit grün-blauer Substanz versehen war.

Eine Statistik dazu gibt es laut der hessischen Tierschutzbeauftragten Madeleine Martin nicht. Die Ermittlungen sind oft schwierig, weil auch achtlos weggeworfene verdorbene Lebensmittel, Rattengift und Frostschutzmittel bei Hunden zu Vergiftungen führen können. Und nicht immer treten die Symptome unmittelbar auf. Das führt laut Polizei zu vielen Anzeigen. "Wir wissen aber nicht, ob da Straftaten dahinter stehen", erklärte Polizeisprecher Werner. "Ein weiteres Problem sind Pferdeäpfel", sagte er. Manchmal seien in den Exkrementen Entwurmungsmedikamente in so starker Dosierung enthalten, dass es reiche, um einen Hund krank zu machen, wenn er sie fresse.

Hundehalter versuchen sich im Internet selbst zu helfen. Der Landestierschutzverband Hessen verweist auf die kostenlose Seite www.giftkoeder-radar.com, auf der Köderfunde gesammelt werden. Auch über soziale Netzwerke warnen sich Tierfreunde. Das hat auch Schattenseiten: "Es ist durchaus so, dass Hunde aus anderen Gründen Brechdurchfall haben und durch soziale Medien Gerüchte aufkommen", sagte die Tierschutzbeauftragte Martin. Für Ermittler macht das die Lage noch unübersichtlicher.

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