Fünf-Quadratmeter-Regel fällt

  • vonDPA
    schließen

Wirte und Hoteliers in Hessen können sich in der Corona-Krise heute auf weitere Lockerungen freuen. So fällt die umstrittene Fünf-Quadratmeter-Regel in Kneipen, Cafés und Restaurants weg und Hotelgäste dürfen wieder in die Sauna oder den Pool.

Campingplätze, Hotels und Pensionen sind für Privatreisende wieder geöffnet, auch Ferienwohnungen können wieder vermietet werden. Tourismus ist in Hessen also wieder möglich. Restaurants, Cafés und Kneipen dürfen seit Mitte Mai wieder öffnen, wenn auch unter strengen Auflagen. Die Regel, nur ein Gast pro fünf Quadratmeter Gaststättenfläche, entfällt ab heute. Allerdings muss gewährleistet sein, dass die Gäste 1,50 Meter Abstand halten. Bedienungen und Küchenpersonal müssen Mundschutz tragen, für Gäste wird dies - außer natürlich beim Essen - empfohlen. Diskotheken und Clubs müssen noch geschlossen bleiben. Die weiteren aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Hessen im Überblick:

Kredite pro Person:Hessen nimmt zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie Nettokredite in Höhe von 509 Euro pro Einwohner auf. Dies geht aus einer aktuellen Auflistung des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein hervor.

Danach liegt das Land bundesweit im oberen Mittelfeld, bei den meisten Ländern belaufen sich die Mehrausgaben auf weniger als 500 Euro pro Einwohner. Spitzenreiter ist mit großem Abstand Bayern (3049 Euro), gefolgt von Bremen (1754 Euro) und Sachsen (1473 Euro). Thüringen und Berlin verzichten auf eine Kreditaufnahme.

Mehr Infektionen:Die Zahl der in Hessen bestätigten Coronavirus-Infizierten ist um 56 gestiegen. Am Mittwoch gab es Stand 14 Uhr 9860 Fälle, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, stieg um vier auf 466. In der Statistik des Ministeriums werden nur Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine Datenbank eingegeben wurden. Die Angaben können nachträglich nach unten oder nach oben korrigiert werden, etwa wenn Fälle nachgemeldet werden.

Verzögerungen:Bei den Baustellen an der Schiersteiner Brücke in Wiesbaden und dem Tunnel Hirschhagen in Nordhessen ist es coronabedingt zu Verzögerungen gekommen. Beschäftigte ausländischer Unternehmen seien unter Quarantäne gestellt worden, teilte Hessen Mobil in Wiesbaden am Mittwoch mit. Auch habe es in einigen Fällen keine Unterkünfte für die Bauarbeiter gegeben. Ob damit die Termine zur Fertigstellung verzögert werden, war zunächst unklar. Bei den anderen Baustellen in Hessen läuft laut Auskunft der Behörde alles nach Plan. Zudem seien weitere Baumaßnahmen wie geplant ausgeschrieben und vergeben worden.

Politiker und Drohungen:Ein Jahr nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sieht der Demokratieforscher Reiner Becker neues Potenzial für Bedrohungen und Übergriffe auf Kommunalpolitiker. "Das Thema Corona-Krise bietet sich stark an, um Angriffe zu rechtfertigen", erklärte der Leiter des Demokratiezentrums in Marburg. Wenn die Strategie zur Bewältigung der Pandemie mehr und mehr kommunalisiert werde, stünden die Entscheidungsträger vor Ort vor schwerwiegenden Fragen und könnten zur Zielscheibe werden. "Insgesamt befürchte ich eine Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft mit Blick auf die politisch Verantwortlichen wie in den Jahren 2015/2016 bei der Aufnahme von Flüchtlingen", erklärte Becker. Bisher gebe es solche Bedrohungen nicht.

Studie zu Familien:Eltern schätzen die Zufriedenheit ihrer Kinder in der Corona-Zeit deutlich höher ein als ihre eigene. Das geht aus ersten Ergebnissen der Studie "KiCo" zum Familienalltag während der Pandemie hervor. An der Online-Befragung zwischen dem 24. April und 3. Mai 2020 nahmen bundesweit mehr als 25 000 Mütter und Väter teil, wie die Universität Hildesheim und die Goethe-Universität Frankfurt am Mittwoch mitteilten. Auf einer Skala von 0 (total unzufrieden) bis 10 (100 Prozent zufrieden) konnten Eltern für sich und ihre unter 15-jährigen Kinder Angaben machen.

Für die Eltern - überwiegend antworteten erwerbstätige Mütter - ergab sich in der Corona-Zeit ein Zufriedenheitswert von 4,90. Für das erste Kind lag der Wert bei 6,05 und für das zweite Kind bei 5,41. Vor der Pandemie war der Zufriedenheitswert der Eltern bei 7,65, bei den Kindern lag er bei 8,21 beziehungsweise 8,26. Viele Eltern fühlen sich demnach mit ihren Problemen alleingelassen. Der Aussage "Ich habe den Eindruck, dass meine Sorgen gehört werden" stimmten 31,9 Prozent gar nicht und 29 Prozent kaum zu.

Abfallbilanz:Die einen entrümpeln zu Corona-Zeiten, die anderen lassen sich Essen, Kleidung oder Bücher liefern - und die Mitarbeiter der Abfallbeseitigung haben jede Menge zu tun. In Frankfurt sind die Abfallmengen im März und April zum Teil gestiegen, sagte ein Sprecher der städtischen Entsorgungsgesellschaft FES. So lagen die Corona-Monate März und April mit 2608 Tonnen Verpackungsabfall der Privathaushalte deutlich über den Vorjahren: Elf Prozent mehr als in den gleichen Monaten des Vorjahres und zwölf Prozent mehr als im März und April 2018.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare