Mit leeren Stühlen demonstrieren Frankfurter Gastronomen auf dem Römerberg. Mit dieser Aktion haben die Gastwirte auf die kritische Lage von Gaststätten und Hotels in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. FOTO: DPA
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Mit leeren Stühlen demonstrieren Frankfurter Gastronomen auf dem Römerberg. Mit dieser Aktion haben die Gastwirte auf die kritische Lage von Gaststätten und Hotels in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. FOTO: DPA

Frustrierte Schüler, Eltern und Lehrer

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Ab Montag sollte Hessen einen weiteren Schritt Richtung Normalität machen - aber die Teilöffnung der Schulen läuft alles andere als rund.

Kurz vor knapp stoppte ein Gericht die geplante Rückkehr der vierten Klassen ab dem kommenden Montag. Medizin-Studenten sollen helfen, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Die letzten Urlaubsrückkehrer sind in Frankfurt gelandet. Und leere Stühle stehen für die Umsatzeinbußen in der Gastronomie. Was wichtig war beim Thema Corona im Überblick.

Schulen:Am Montag beginnt schrittweise wieder der Unterricht an Hessens Schulen. Die Vorbereitungen laufen seit Tagen auf Hochtouren. Viele Eltern, Schüler und Lehrer fühlen sich von der Landesregierung schlecht informiert und alleingelassen. Zunächst sollen die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen zurückkehren.

Doch für die Schüler an den vierten Klassen in Hessen wird der Unterricht nicht wie ursprünglich geplant am Montag wiederaufgenommen, wie das hessische Kultusministerium am Freitag mitteilte. Zuvor hatte der Verwaltungsgerichtshof des Landes die Schulpflicht für Viertklässler an Grundschulen in der Corona-Pandemie vorläufig außer Kraft gesetzt.

Die Kasseler Richter hatten dem Eilantrag einer Schülerin aus Frankfurt recht gegeben, die sich gegen eine Landesverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie richtete. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch bis zum 3. Mai 2020 weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt und in ihrem Grundrecht verletzt. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 1097/20.N).

632 040 Schülerinnen und Schüler besuchen in Hessen eine öffentliche oder private allgemeinbildende Schule. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes für das laufende Schuljahr hervor. Im vorangegangenen Schuljahr waren es noch 0,5 Prozent weniger gewesen. An den öffentlichen und privaten beruflichen Schulen sank die Schülerzahl 2019/20 um 2,2 Prozent auf 176 090. Laut Kultusministerium summiert sich die Zahl der Schüler an öffentlichen allgemeinen und beruflichen Schulen aktuell auf rund 760 000. Die privaten Schulen werden in dieser Summe nicht mitgerechnet.

Lehrer:Jede fünfte Lehrkraft an hessischen Grundschulen kann in der Corona-Pandemie voraussichtlich nicht im Präsenzunterricht an den Schulen eingesetzt werden. Diese Lehrerinnen und Lehrer gehörten entweder selbst zu einer Risikogruppe oder lebten mit Menschen aus einer Risikogruppe zusammen, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Die Notbetreuung an Schulen und Kitas darf künftig auch für Kinder von Lehrern in Anspruch genommen werden.

Kinos:Die hessische Filmförderung stellt für die Kinos 500 000 Euro zusätzliche Soforthilfe bereit. "Durch die Pandemie werden die Kinos vor ganz besondere Herausforderungen gestellt", sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne).

"Wir alle merken, wie uns das vielfältige Kulturangebot in diesen Zeiten fehlt, und wünschen uns, dass wir bald wieder Museen, Theater, Konzerte und auch Kinos besuchen können."

Gastronomie:Mit leeren Stühlen haben Gastwirte auf die kritische Lage von Gaststätten und Hotels in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. An der bundesweiten Aktion am Freitag beteiligten sich nach Kenntnis des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Betriebe in Frankfurt und Rüdesheim.

"Wir müssen leider davon ausgehen, dass nicht alle Betriebe die Krise überstehen werden", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Hessen, Kerstin Junghans.

Masken:In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr muss in Hessen von Montag an eine sogenannte Alltagsmaske getragen werden. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) stellt ab Montag mehrere Hunderttausend Einwegmasken bereit. Sie sollen an rund zwei Dutzend Standorten ausgegeben werden. Die Stadt Bad Homburg kippte nach Protesten aber die geplante Maskenpflicht für die Fußgängerzone in der Innenstadt.

Hilfen:Bei kleineren hessischen Unternehmen bestehen Informationslücken zu den verschiedenen Hilfen in der Corona-Krise. Einer Umfrage der hessischen Industrie- und Handelskammern zufolge kannte jede vierte Firma nur den Soforthilfe-Topf, nicht aber weitere Unterstützungsmöglichkeiten. 81 Prozent haben bereits Soforthilfe beantragt oder haben dies vor, teilte der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) am Freitag mit.

Urlauber:Gut fünf Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung ist die vorerst letzte Maschine der "Corona-Luftbrücke" in Frankfurt gelandet. Der vom Auswärtigen Amt gecharterte Flieger kehrte am Freitagmorgen aus dem südafrikanischen Kapstadt zurück. Insgesamt waren um die 240 000 Menschen aus verschiedenen Ländern zurückgekehrt.

Gesundheitsämter:Die Gesundheitsämter in Hessen bekommen mehr Personal, um die Kontaktpersonen von Corona-Patienten zu ermitteln. Infektionsketten nachzuverfolgen bleibe "ein wichtiger Baustein zur Minimierung der Neuinfektionen", sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. 40 sogenannte Containment-Scouts sind für Hessen vorgesehen. Sie sollen voraussichtlich ab Mitte Mai beginnen.

Busse und Bahnen:Busse und Bahnen in Hessen fahren langsam ihr Angebot wieder hoch. Die Verkehrsunternehmen kehrten "nach und nach zum regulären Fahrtenangebot zurück", berichtete der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) am Freitag. Wegen der Corona-Pandemie hatten viele Anbieter die Zahl der Fahrten reduziert.

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