Strikte Hygienevorschriften in Gaststätten und Restaurants - und jetzt in Frankfurt und anderen Städten dennoch coronabedingt Sperrstunde. SYMBOLFOTO: DPA
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Strikte Hygienevorschriften in Gaststätten und Restaurants - und jetzt in Frankfurt und anderen Städten dennoch coronabedingt Sperrstunde. SYMBOLFOTO: DPA

Frust in Frankfurter Gastgewerbe

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Frankfurt/Wiesbaden/Offenbach- Die geplanten Corona-Beschränkungen in Frankfurt stoßen im Gastgewerbe auf scharfe Kritik. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, Julius Wagner, nannte die Regelungen in einem Interview einen "empfindlichen Angriff auf die Umsatzlage der ohnehin schon angeschlagenen Gastronomie". Frankfurt sei eine pulsierende Stadt, in der die Menschen vor allem am Wochenende spät Essen gingen.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt unter anderem beschlossen, dass voraussichtlich ab morgen bis Ende kommender Woche für Gaststätten eine Sperrstunde in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr gelten soll. Damit würden diejenigen Gastronomen in Zwangshaft genommen, die die bisherigen Regeln ordnungsgemäß umsetzten und ihre Kapazitäten beschränkten, sagte Wagner. Dabei handele es sich um die Mehrheit. "Das ist eigentlich eine unsagbare Maßnahme", sagte Wagner mit Blick auf die Sperrstunde. Die Ordnungsbehörden müssten stattdessen deutlich stärker durchgreifen und die bestehenden Regeln umsetzen, forderte Wagner.

Die geplante Maskenpflicht auf großen Einkaufsstraßen wie auf der Zeil stößt beim Handelsverband Hessen-Süd auf ein geteiltes Echo. Einerseits sei dem Handel die Situation bewusst. Andererseits komme die Regelung zu einer Zeit, in der wegen der kühleren Witterung die Menschen gerade wieder in die Stadt kämen, um sich mit warmer Kleidung zu versorgen. Wichtig sei nun, dass die Stadt kommuniziere, dass Einkaufen weiter möglich sei, sagte Hauptgeschäftsführer Silvio Zeizinger.

Bei den Corona-Neuinfektionen lag Frankfurt gestern unter der kritischen Zahl von 50 pro 100 000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen. Die Inzidenz betrug am Mittag 46,3, wie das Gesundheitsdezernat mitteilte. Am Dienstag lag der Wert bei 46,5 Fällen.

Die Stadt Offenbach hat aktuell den höchsten Wert bei den Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in Hessen. Allerdings lagen gestern dazu unterschiedliche Angaben vor. Das hessische Sozialministerium in Wiesbaden veröffentlichte (14 Uhr) eine sogenannte Inzidenz von 49, die Stadt selbst von 56. Damit hatte Offenbach nach eigenen Angaben den Schwellenwert von 50 überschritten, ab dem zusätzliche Beschränkungen des öffentlichen Lebens eingeführt werden müssen. Die Stadt kündigte wie in Frankfurt Schritte wie Sperrzeiten für Gastronomen und eine Beschränkung der Gästezahl bei öffentlichen Veranstaltungen an. Unterschiede zwischen Stadt- und Landeszahlen lassen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte der Berechnung zurückführen.

Hessenweit stieg am gestrigen Mittwoch die Zahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Covid-19-Fälle um 242 auf 20 355, wie das Sozialministerium mitteilte. dpa

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