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Zieldatum: Spätestens Ende September soll es nach dem Willen der Landesregierung solche Hinweisschilder nicht mehr geben.

Frist für Impfzentren

  • vonDPA
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Die 28 hessischen Impfzentren sollen spätestens am 30. September dieses Jahres schließen. Diese Entscheidung des Corona-Kabinetts teilte das Innenministerium gestern in Wiesbaden mit. Bis dahin sei eine Finanzierung durch den Bund und das Land sichergestellt. Impfungen würden anschließend weiterhin in Arztpraxen und durch Betriebsärzte erfolgen, teilte das Ministerium mit.

Im Moment ist in den hessische Impfzentren noch viel los, heißt es beim HR. Laut Innenministerium werden nach Angaben der »Hessenschau« in den hessischen Impfzentren pro Tag insgesamt rund 25 000 Spritzen täglich gesetzt. Möglich wäre aber mehr als das Doppelte. Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte die Maximalkapazität einst auf über 50 000 Impfungen pro Tag beziffert. Mangels Impfstoff wurde diese Marke aber nie erreicht, 34 000 Spritzen waren der Höchstwert Anfang Mai, meldet der HR. Inzwischen wäre zwar genug Impfstoff da, um die Zentren voll auszulasten. Aber das Bundesgesundheitsministerium setze andere Schwerpunkte: Den Großteil des Impfstoffs, fast zwei Drittel, lässt es mittlerweile an niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte liefern. Entsprechend bekommen mehr Menschen den Piks in den Praxen als in den Zentren.

Die Impfzentren werden von den Landkreisen und kreisfreien Städten betrieben. Jeder, der seine Erstimpfung in einem Zentrum bekommen habe, werde auch noch die Möglichkeit bekommen, dort seine Zweitimpfung zu erhalten. Für die Impfzentren erhält das Land den Angaben zufolge derzeit durchschnittlich rund 180 000 Impfdosen pro Woche. »Bereits im November 2020 hat die Landesregierung unterstrichen, dass es unser Ziel ist, die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus in die Regelversorgung zu überführen, sobald es möglich ist«, erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU). »Dies wird Ende des dritten Quartals der Fall sein.« Schon jetzt gehe der überwiegende Teil der Impfstoffe an die Haus- und Betriebsärzte.

»Wir stehen mit der Impf- allianz Hessen im Austausch, um die weitere Verimpfung durch die ärztliche Regelstruktur gut zu planen - dies auch vor dem Hintergrund eventuell notwendiger Auffrischungsimpfungen«, erklärte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Die Impfzentren und mobilen Impfteams hätten insbesondere bei den Impfungen der Alten- und Pflegeheime sehr wertvolle Arbeit geleistet. »Wir werden dafür sorgen, dass der Impfschutz für die besonders sensiblen Gruppen auch weiterhin sichergestellt ist«, erläuterte Klose.

Aus den Reihen der Opposition wurde Kritik laut. Die Linksfraktion sprach von einem »schweren Fehler«. Die FDP-Fraktion äußerte sich ähnlich: Einen Tag nach Aufhebung der Impfpriorisierung die Schließung der Impfzentren anzukündigen, sei ein Beleg für die »Konzeptlosigkeit der Landesregierung«.

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