Teilnehmer der Demonstration am Sonntag, sie forderten den Erhalt des Dannenröder und Maulbacher Waldes und einen sofortigen Stopp beim Autobahnbau. FOTIO: KS
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Teilnehmer der Demonstration am Sonntag, sie forderten den Erhalt des Dannenröder und Maulbacher Waldes und einen sofortigen Stopp beim Autobahnbau. FOTIO: KS

Friedlicher Protest gegen A 49

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Tausende Menschen haben am Sonntag erneut für den Erhalt von Waldstücken bei Dannenrod und Maulbach bei Homberg (Ohm) demonstriert. Sie forderten einen sofortigen Stopp der Arbeiten am Weiterbau an der Autobahn 49. Es blieb friedlich.

Mit Tränen in den Augen und Verzweiflung in der Stimme wendet sich auf der Bühne am Waldrand Barbara Schlemmer (Bündnis "Keine A 49") an die zu diesem Zeitpunkt rund 3000 Menschen und erklärt ihren Standpunkt gegenüber Landes- und Bundesregierung, der Autobahnplanungsgesellschaft Deges sowie den Befürwortern der A 49. Über dem Wald hinter ihr schwebe ein "Todesurteil" und die Demonstranten vom Sonntag seien so eine Art "Lebensversicherung" für den Forst. Der Hauptadressat ihrer Vorwürfe war die Planungsgesellschaft Deges, "die beim Autobahnbau schnell Meter machen will".

Die Fahnen von BUND, "Wald statt Asphalt", dem Bündnis gegen die A 49, von Fridays for Future und den Naturfreunden wehten im Wind über der Anhöhe, als auch Uwe Hiksch, Bundesvorstandsmitglied der Naturfreunde, eine Verkehrswende und den sofortigen Stopp des Ausbaus der A 49 forderte: "Der Dannenröder Wald ist kein Einzelfall, er steht für die Naturvergessenheit unserer Zeit." Die Naturfreunde seien bereit, "sich mit allen anzulegen, um diese niedergehende Welt zu verteidigen". Man verurteile "die Tatenlosigkeit nach Paris" und fordere "ein naturverträgliches Leben, ohne die Planung den Konzernen zu überlassen".

Mit Blick von der Tribüne über das Dannenröder Umland erhob auch Olaf Bandt, Bundesvorsitzender des BUND, die Stimme: "Dieser Wald braucht unsere Nothilfe, daher drücken wir unsere Solidarität mit den Menschen aus, die hier zäh und dauerhaft gegen die Rodung kämpfen." Bandt mahnte zudem schnelle Verhandlungen über ein Moratorium für alle neuen Autobahnen in Deutschland an.

Die Demonstranten, darunter einige im selbstbemalten Baumkostüm oder mit Blumenschmuck, skandierten "Danni bleibt". Auch im Maulbacher Wald haben sich inzwischen Aktivisten niedergelassen. Nur wenige Gehminuten vom Schauplatz der Demo entfernt standen Einheimische später mit Besetzern um drei längst abgestorbene Fichten, die sie zu einem Holzgerüst zusammenfügten. Nach dem Bühnenprogramm durfte wieder durch den Dannenröder Wald spaziert werden, wo bald ebenfalls Bäume fallen sollen.

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