Freibäder trotz Corona optimistisch

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Darmstadt/Frankfurt/Kassel- Vorübergehend hochsommerliche Hitze mit mehr als 30 Grad, Ferienzeit - und doch sind die Besucherzahlen in den hessischen Freibädern überschaubar. In Corona-Zeiten heißt es auch beim Baden: Abstand halten auf den Liegewiesen und im Schwimmbecken. Die in der Pandemie erst seit wenigen Wochen geöffneten Freibäder ziehen trotz der Einschränkungen eine erste vorsichtig positive Bilanz. Und manche Regelung soll auch übernommen werden in Zeiten, in denen alles so ist, wie es mal war.

"Generell sind wir froh, dass wir wieder aufmachen konnten", bilanziert die Vorsitzende des hessischen Landesverbandes der Schwimmmeister, Michaela Fisseler-Weinrich. "Ein paar mehr Besucher und das Wetter dürfte stabiler sein", fasst sie die Stimmung unter ihren Kollegen landesweit zusammen. "Natürlich haben wir ganz besondere Bedingungen dieses Jahr", sagt beispielsweise der Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe, Boris Zielinski. "Die prallvollen Freibäder, die man sonst kennt, die gibt es diese Saison nicht."

Zum Vergleich: Das Brentanobad mit seinen großen Liegewiesen komme in normalen Jahren an einem tollen Sommertag auf 10 000 bis 12 000 Besucher, derzeit seien es 3000 pro Zeitfenster. In den Frankfurter Freibädern gibt es täglich zwei Zeiträume, für die sich die Besucher im Internet Tickets kaufen können. Dazwischen werden die Anlagen kurz geschlossen und gereinigt. Und was ist mit Leuten, die keinen oder nur einen schweren Zugang zum Internet haben? Das seien nur wenige, "aber wir haben dennoch eine Hotline eingerichtet, dass die Leute auch auf diesem Weg zu einer Karte kommen." Zielinski zufolge soll das Online-Ticketing auch über die Corona-Zeit hinaus bestehen. Für die Gäste sei es auch von Vorteil, "wenn sie an heißen Sommertagen nicht in immensen Warteschlangen an der Kasse stehen müssen".

Die Kasseler Bäder sind seit Anfang Juli wieder geöffnet. Auch hier gibt es ein Online-Reservierungssystem wegen der Pandemie. Doch im Norden des Landes wirke sich Corona momentan weniger auf die Besucherzahlen aus, als vielmehr das instabile Wetter, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. So kamen beispielsweise ins Auebad im Juli bisher 12 000 statt 33 000 Besucher wie im Vorjahr. Im Freibad Wilhelmshöhe waren es 6000 statt 20 300 Besucher. Das Online-Buchungsystem spalte die potenziellen Besucher in zwei Gruppen: "Die Leute, die es machen, berichten Positives. Die, die sich nicht trauen oder es doof finden, halten es für eine unerträgliche bürokratische Hürde."

Die Besucherzahlen im Wetzlarer Freibad "Domblick" liegen nach Angaben der Stadt wegen der pandemiebedingten Einschränkungen und des wechselhaften Wetters etwa 50 Prozent unter denen des Vorjahres. "Das Verständnis der Gäste gegenüber den Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen ist groß", berichtet ein Sprecher. Auch die Bäder in Darmstadt meistern große organisatorische Herausforderungen. "An heißen Tagen stehen durch die Begrenzung der Besucherzahlen nur 20 Prozent der im Vorjahr verkauften Tickets zu Verfügung", teilt die Stadt mit. Die Wiesbadener Bäder sind mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. dpa

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