Kampf angesagt

Frankfurt gegen Sportkurse in Parks

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Yoga- und Fitness-Kurse in öffentlichen Parks sind in vielen Städten normal – aber nicht in Frankfurt. Die Stadt fürchtet, dass solche Veranstaltungen zulasten der Allgemeinheit gehen und hat ihnen den Kampf angesagt.

Die Stadt Frankfurt will gegen Geschäftsleute vorgehen, die in öffentlichen Parks gegen Bezahlung ihre Sportkurse anbieten. Sie reagiert damit unter anderem auf Beschwerden von Anwohnern, die sich durch den entstehenden Lärm und den Müll belästigt fühlen. Wie das zuständige Grünflächenamt am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, seien bereits vier Anbieter angeschrieben worden. Entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden nach Angaben von Behördenleiter Stephan Heldmann bislang jedoch noch nicht eingeleitet.

Störung von Müttern und Kindern

"Wir wollen den Frankfurtern nicht ihren Sport vermiesen, aber die kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raums ist nicht gewollt", begründete Heldmann das Vorgehen. Die Nutzung der Parks sei der Allgemeinheit vorbehalten – nicht Geschäftsleuten, die damit Geld verdienen. Vor allem rund um den frisch sanierten Holzhausen-Park mit seinem barocken Wasserschlösschen häuften sich den Angaben zufolge die Beschwerden über Yoga- und Fitness-Kurse. "Mütter mit ihren Kinder können den Park oftmals nicht so nutzen, wie es ursprünglich gedacht ist", sagte der Geschäftsführer der im Holzhausenschlösschen ansässigen Frankfurter Bürgerstiftung, Clemens Greve, – einer der Beschwerdeführer.

Soziales Miteinander soll verbessert werden

Die Grünflächensatzung der Stadt verbietet es, in den öffentlichen Grünanlagen "Waren oder Dienstleistungen jeglicher Art anzubieten". Zwar wurde das Regelwerk erst im Mai überarbeitet, den entsprechenden Passus gibt es aber seit mindestens 1997. Er soll nach Darstellung der Stadt das soziale Miteinander verbessern. Bei einer Missachtung des Verbots droht eine Geldbuße zwischen 5 und 1000 Euro. In Frankfurt gibt es insgesamt 45 Parks, viele von ihnen stehen unter Denkmalschutz. Zudem gibt es knapp 420 Kinderspielplätze, rund 90 Bolzplätze, 20 Rollsportanlagen und 10 Fitnessanlagen. Privat Sport zu treiben, ist überall erlaubt.

Viele kleinere Städte kennen Problem nicht

Kleinere Städte in Hessen haben mit solchen Problemen nach eigener Darstellung vielfach nicht zu kämpfen, wie eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur ergab. Wer etwa in Fulda öffentliche Grünanlagen kommerziell nutzen will, muss dafür eine Gebühr bezahlen. Eine solche Sondernutzung könnte in Frankfurt theoretisch auch beantragt werden, sie wird aber in der Praxis fast nur für Filmaufnahmen erteilt – oder für Feste wie das Museumsuferfest, bei denen der Veranstalter hinterher die komplette Sanierung des Geländes aus eigener Tasche bezahlen muss.

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