Förderkreis Hospiz bedauert stagnierende Mitgliederzahl

Wetzlar (wv). "Die größte Herausforderung der gemeinnützigen Hospiz Mittelhessen im letzten Jahr war es, todkranken Menschen eine Heimat zu erhalten. Im Juni 2011 konnte der Kauf von ›Haus Emmaus" notariell vollzogen werden".

Das betonte Barbara Fietz, Vorsitzende im "Förderkreis Hospiz Mittelhessen" bei der Jahreshauptversammlung in der Palliativ-Akademie auf dem Spilburg-Gelände. Dank vielfältiger Aktivitäten sei es nicht nur gelungen innerhalb weniger Monate über 500 000 Euro an Spenden zu sammeln, auch der Bekanntheitsgrad der stationären Hospizarbeit sei weit über die heimischen Grenzen gewachsen. Viele Bürger hätten dies mit kleinen und großen Spenden bekundet.

30 Ehrenamtliche im Team

Dabei stellte die Vorsitzende besonders die Aktion "Helft uns helfen" heraus, die mit 189 000 Euro ein wichtiger Beitrag zum Erwerb der 770 000 Euro teuren Immobilie gewesen sei. Der Förderkreis Hospiz habe den Kauf mit 216 000 Euro unterstützt. "Dank dem Engagement vieler Menschen und Institutionen haben wir heute ein eigenes Haus. Dabei ist die finanzielle Belastung vergleichbar der Miete, die das Hospiz an die frühere Eigentümerin, die Königsberger Diakonie, als Miete zahlen musste", erklärte Fietz. "Ein Jahr mit vielen bewegenden Momenten liegt hinter uns", sagte die Vorsitzende und erinnerte an den plötzlichen Tod des langjährigen Geschäftsführers Erich Koob.

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Professor Günther Brobmann, stellte mit Wolfgang Frank (68) den neuen Geschäftsführer vor. Seine Funktion wird der pensionierte Richter ehrenamtlich ausüben.

Im vergangenen Jahr haben 112 todkranke Menschen das "Haus Emmaus" als ein Hort des Vertrauens und der Geborgenheit erfahren, in dem sie ihre letzten Tage in freundlicher Umgebung und im Kreise ihrer Angehörigen verbringen konnten, erklärte Frank. Möglich wurde dies durch ein geschultes Pflegeteam und die kooperative Versorgung durch Ärzte, Therapeuten und Seelsorger. 30 Ehrenamtliche engagieren sich. Sie haben sich in der Palliativ-Akademie Mittelhessen auf den Dienst vorbereitet. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 25 Tagen. Damit waren die acht Betten im Jahresschnitt zu 94,5 Prozent ausgelastet. Ute Claas stellte die Jahresrechnung für 2011 vor. Danach wurde neben dem außerordentlichen Zuschuss für den Hauskauf rund 150 000 Euro für den laufenden Geschäftsbetrieb ausgegeben. "Wir müssen jährlich allein zehn Prozent der laufenden Hospizkosten als Eigenleistung erbringen. Zur Finanzierung dieser rund 100 000 Euro benötigen wir eine sichere Basis, die dauerhaft nur durch eine deutliche Steigerung der Mitgliederzahlen zu sichern ist", sagte Claas.

In diesem Zusammenhang bedauerte Barbara Fietz, dass die Zahl der Fördermitglieder bei 321 Personen und Firmen stagniere. "Unsere stationäre Hospizarbeit wird zwar weit über die heimischen Grenzen geschätzt, sie spiegelt sich aber nicht in den Mitgliedszahlen wieder", betonte die Vorsitzende, die sich für eine gezielte Werbung neuer Förderer aussprach. Für jährlich 50 Euro, juristische Personen 250 Euro, ist eine Mitgliedschaft möglich.

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