Gewaltige Kräne stehen auf der Baustelle für das dritte Passagier-Terminal von Deutschlands größtem Flughafen. FOTO: DPA
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Gewaltige Kräne stehen auf der Baustelle für das dritte Passagier-Terminal von Deutschlands größtem Flughafen. FOTO: DPA

Flughafen-Terminal wächst

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Unmengen Beton werden angerührt, überall fahren Bagger. Pfeiler und Wandteile ragen aus dem Boden. Auf der Baustelle des neuen Terminals des Frankfurter Flughafens brummt es. Millionen Menschen sollen hier abgefertigt werden. Vor der Baustelle stehen aber ungenutzte Flieger.

Es sind vergleichsweise wenige Flugzeuge, die an diesem Sommertag bei ihrem Start vor der Silhouette der Frankfurter Skyline zu sehen sind. Statt Fluglärm dröhnen Bagger und Laster auf der riesigen Baustelle für das dritte Passagier-Terminal von Deutschlands größtem Airport. Auf den Pisten vor den emporwachsenden Betongebäuden für das Terminal und seine Gates parken mit abgeklebten Triebwerken Flugzeuge. Angesichts der Krise der Luftfahrt wegen der Corona-Pandemie werden sie derzeit nicht gebraucht. Eine Megabaustelle für ein bis zu vier Milliarden Euro teures Terminal für mehr als 20 Millionen Passagiere im Jahr - und in direkter Nachbarschaft stillgelegte Flieger, die mangels Passagieren sogar in der Urlaubszeit nicht gebraucht werden.

Ein widersprüchliches Bild? Nicht für den Flughafenbetreiber Fraport. Auch wenn die Fluggastzahlen wegen des Virus im Vergleich zum Rekordvorjahr drastisch in den Keller gerauscht sind, sieht das Unternehmen eine zwingend notwendige Investition in die Zukunft. "Der Frankfurter Flughafen braucht das Terminal 3", sagt Fraport-Sprecher Christian Engel am Donnerstag bei einer Besichtigung des immensen Bauvorhabens. Corona werde irgendwann vorbei sein. Und ab 2023 werde auch wieder mit steigenden Zahlen von Fluggästen gerechnet. "Es wird tendenziell mehr Flugbewegungen in den nächsten Jahren geben."

Auf der Baustelle für das Terminal 3 herrscht indes reges Treiben. Betonpfeiler ragen aus dem Boden. Treppenhäuser stehen mehr oder minder ohne jede Anbindung auf dem Areal, Straßen führen derzeit noch ins Nichts. Mehr als 40 Kräne wuchten Baumaterial und Betonplatten auf der nicht enden wollenden Baustelle. Die Gates wachsen nach und nach aus dem Boden. Am künftigen Flugsteig G stehen außen vor dem Rohbau schon die ersten blauen Hinweisschilder, Fenster wurden eingesetzt und die Innenausbauarbeiten begonnen. "Es ist wirklich atemberaubend", sagt Engel über die Geschwindigkeit der Arbeiten. "Es ist die größte privat finanzierte Infrastrukturbaustelle Europas." Das Hauptterminal, drei im Bau befindliche Flugsteige, eine neue Sky-Line-Bahn für die Anbindung des Terminals: Die Grundfläche der Baumaßnahmen ist 176 000 Quadratmeter groß. Derzeit seien täglich mehr als 1000 Arbeiter am Werk, die 800 Kubikmeter Beton am Tag verbauen.

"Wir können fest davon ausgehen, dass er im kommenden Jahr fertig wird", sagt Engel über den zuerst begonnen Flugsteig G. Hier könnten zusätzliche vier bis fünf Millionen Passagiere abgefertigt werden. Die Fertigstellung des Hauptterminals und zweier weiterer Flugsteige verzögert sich wegen der Corona-Krise bis 2024. Geplant war zunächst 2023. Mit den beiden weiteren Flugsteigen könnten dann insgesamt am Terminal 3 rund 21 Millionen Passagiere abgefertigt werden, im Endausbau sogar um 25 Millionen.

"Klimapolitisch unverantwortlich"

Zahlen, die Flughafengegnern die Zornesröte ins Gesicht treibt. "Der Flugverkehr ist das am meisten klimaschädliche Verkehrsmittel", sagt Michael Flörsheimer, einer der Sprecher des Bündnisses Bürgerinitiativen, das gegen den Ausbau kämpft. "Das ist klimapolitisch völlig unverantwortlich." Gegen das Coronavirus werde es irgendwann einen Impfstoff geben. "Einen Impfstoff gegen den Klimawandel gibt es nicht."

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