Flughafen Kassel-Calden wird teurer

Kassel (dapd-hes). Mehrkosten beim Flughafen Kassel-Calden haben die Diskussion um das umstrittene Ausbauprojekt wieder neu entfacht. Die Kosten sollen nach Angaben des hessischen Finanzministeriums vom Freitag um 23,7 Millionen Euro auf 248 Millionen Euro steigen.

Die Grünen forderten daraufhin erneut, das Ausbauprojekt zu stoppen. Die SPD warf Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) Missmanagement vor.

Die größten Mehrkosten verursachen nach Ministeriumsangaben Flugbetriebsflächen (7,0 Millionen Euro), Planungs- und Baunebenkosten (6,2 Millionen Euro) sowie Erdbauarbeiten (5,3 Millionen Euro). Finanzminister Schäfer kündigte zudem an, einen "Risikopuffer" von weiteren 22 Millionen Euro bereitzustellen. Das Land als größter Anteilseigner übernimmt die Mehrkosten vollständig. Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) habe das zusätzliche Geld bereits im Haushaltsplan eingestellt und budgetiert.

Die Grünen bezeichneten Kassel-Calden als "Fass ohne Boden" und forderten Finanzminister Schäfer auf, "die Notbremse zu ziehen". "Wir fordern, dass hier endlich verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgegangen wird", sagte die Grünen-Verkehrsexpertin Karin Müller.

Die SPD kritisierte, die Mehrkosten seien vorhersehbar gewesen. Es stelle sich daher die Frage, ob die Regierung die Öffentlichkeit bewusst über die tatsächlichen Kosten habe täuschen wollen, sagte SPD-Finanzexperte Norbert Schmitt. Zudem sei bis heute noch kein Investor gefunden.

Auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) monierte die Mehrkosten und forderte transparente Planungsverfahren. "Offensichtlich ist es möglich, Öffentlichkeit und Parlamente mit einseitig interessegeleiteten Prognosen zu täuschen, bis unumkehrbare Fakten geschaffen sind", sagte VCD-Geschäftsführer Martin Mützel. Vor zwei Jahren seien die Baukosten noch mit 151 Millionen Euro angegeben worden.

Die CDU verteidigte das Ausbauprojekt. Die entstandenen Mehrkosten seien zwar "äußerst ärgerlich", aber angesichts der langen Planungsdauer, der gestiegenen Kosten für Baumaterial und steigender Planungsanforderungen "kaum vermeidbar", sagte CDU-Wirtschaftsexperte Walter Arnold.

Der erste Spatenstich für den Ausbau des kleinen Regionalflughafens war im März erfolgt. Im Oktober sollen die Hochbauarbeiten beginnen.

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