Fliegende Hirschkühe eroberten den Luftraum

Breitscheid (pm). Top-Piloten, spektakuläre Luftnummern und himmlische Kostbarkeiten - die "Airshow der Sensationen" übertraf alle Erwartungen: 20 000 Menschen verrenkten sich am Sonntag auf der Breitscheider "Hub" die Hälse und starrten stundenlang gebannt gen Himmel. Die Veranstaltung der ortsansässigen Luftsportgruppe hatte den interessierten Besuchern die gesamte Vielfalt der Zivil- und Militärfliegerei zu bieten. Oldie-Fans wurden da ebenso bedient wie passionierte "Warbird"-Freunde.

Breitscheid (pm). Top-Piloten, spektakuläre Luftnummern und himmlische Kostbarkeiten - die "Airshow der Sensationen" übertraf alle Erwartungen: 20 000 Menschen verrenkten sich am Sonntag auf der Breitscheider "Hub" die Hälse und starrten stundenlang gebannt gen Himmel. Die Veranstaltung der ortsansässigen Luftsportgruppe hatte den interessierten Besuchern die gesamte Vielfalt der Zivil- und Militärfliegerei zu bieten. Oldie-Fans wurden da ebenso bedient wie passionierte "Warbird"-Freunde.

Am Start war eine repräsentative Auswahl der besten Piloten der Welt - Maschinen, die in dieser Konstellation sonst nicht zu sehen sind. Perlen der Luftfahrt, fliegende Kostbarkeiten von unschätzbarem Wert, sowohl in materieller, als auch in ideeller Hinsicht. Die Focke-Wulf Fw 190 zählte dazu. Von diesem Typ, einst das mit Abstand beste Jagdflugzeug der Deutschen im Zweiten Weltkrieg, gibt es weltweit nur noch ein flugfähiges Exemplar. Selbiges eroberte, begleitet von tosendem Beifall, tausendstimmigen Ah, Oh- und Wow-Rufen, den Breitscheider Luftraum und die Sympathien der Menge im Handstreich. Am Steuerknüppel: Marc "Leon" Matthis, einer der populärsten Airshow-Piloten Europas. Als sich an seine Flügelspitzen auch noch Walter Eichhorn mit einer Me 109 setzte, bekamen nicht nur die "Warbird"-Puristen glänzende Augen.

Komplettiert wurde die "Heavy-Metall"-Riege durch eine amerikanische P 51-Mustang, eine britische "Spitfire" und eine russische YAK 9.

Die Lufthoheit in der Kunstflugbox hingegen war fest in französischer Hand. Da ließ sich die Armee de l’Air von niemanden die Butter vom Brot nehmen. Als absolute Hochkaräter in Sachen Aerobatic empfahlen sich dabei einander abwechselnd Francois Rallet und Pierre Varloteaux von der "Equipe de Voltige". Mit ihrer hochmotorisierten, blau-weiß-rot lackierten Extra 330 verhöhnten die beiden alle Gesetze der Schwerkraft. Und dann die „"Patrouille Cartouche Doré", das internationale Aushängeschild der französischen Luftstreitkräfte. Mit ihren zweisitzigen TB-30-Epsilon-Trainern demonstrierte dieser "flotte Dreier" Formationskunstflug in höchster Präzision und Vollendung.

Ebenso hochklassig gab sich das "Kampfgeschwader Eichhorn". Vater und Sohn boten dem Publikum mit ihren bulligen blau-roten T-6-Boliden eine atemberaubend-synchrone und rasante Luftjonglage. Zudem legten Walter und Toni Eichhorn mit einer L-29 "Delfin" und einer SIAI-S-211 einen furiosen Ritt auf dem Strahl hin. Motorkunstflug ist eine Sache, Modellkunstflug eine andere und eine Kombination beider Disziplinen wohl ein Novum. Ralf Niebergall sorgte diesbezüglich in Breitscheid für eine faustdicke Überraschung. Gemeinsam mit Filius Nico (16) hatte er eine ganze besondere Luftnummer kreiert: Formationskunstflug als gemischtes Doppel. Modell und "richtiges" Flugzeug, in diesem Falle des Neuwieders legendäre SIAI-SF-260, Seit an Seite, Fläche an Fläche. Ein weiterer Höhepunkt: die Segelkunstflug-Vorführung des Lokalmatadors und WM-Mannschafts-Dritten Michael Göst in seinem "Holzbomber" Lo 100 ebenso wie die Aerobatic-Show seines hessischen Landsmannes Wolfgang Seitz in der YAK-55. Viel fürs Auge boten auch die ungarischen Luftstreitkräfte mit dem Kampfhubschrauber MiI-Mi 24.

Am Ende eines langen, ereignisreichen und spannenden Tages, angefüllt mit einem fast sechsstündigen, ununterbrochenen Flugprogramm, waren sich Gäste, Veranstalter und Piloten einig: eine Punktlandung, die nach einer Neuauflage schreit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare