+

Feuerwehr will für Jungen und Mädchen attraktiver werden

Jugendliche haben offenbar ein gedämpftes Interesse, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Über die sozialen Medien will der Landesfeuerwehrverband nun gegensteuern.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Feuerwehren kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen, wenig Nachwuchs und einem geringen Frauenanteil. Mit einer breiten Werbe- und Imagekampagne will der Landesfeuerwehrverband deshalb Kinder und Jugendliche für das Mitmachen begeistern. Das Land steuert dazu 360 000 Euro bei. Die Jugendorganisationen bildeten nicht nur Nachwuchs für den Einsatz in der Feuerwehr aus, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Montag in Wiesbaden. Sie hätten auch generell eine wichtige Funktion in der Jugendarbeit.

Erreichen wollen die Feuerwehren Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren, erklärte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Ralf Ackermann. Auch Flüchtlinge sollen gezielt angesprochen werden. Die Kampagne zielt vor allem auf die sozialen Medien. Werte wie Teamwork, Toleranz und Respekt sollen dabei auch durch neu kreierte Comic-Figuren vermittelt werden.

Hintergrund für die Aktion ist, dass die hessischen Jugendfeuerwehren in den vergangenen zehn Jahren etwa 8000 Mitglieder verloren haben und noch knapp 25 500 Aktive im Alter von 10 bis 17 Jahren zählen. Ein Viertel davon sind Mädchen. Etwa 2300 Jugendfeuerwehren gibt es nach Angaben des Landesverbandes in Hessen. Für die jüngeren Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahre sind zudem 760 Kinder-Feuerwehrgruppen mit etwa 8500 Kindern eingerichtet.

Insgesamt gibt es 2600 Freiwillige Feuerwehren mit etwa 75 000 Aktiven im Land, darunter etwa 8000 Frauen. In den sechs Berufsfeuerwehren gibt es 45 Frauen unter den rund 1800 Einsatzkräften. Bei den 54 Werkfeuerwehren in Hessen sind nach Angaben des Landesverbands 26 Frauen unter den mehr als 2000 Einsatzkräften. Das Land hat laut Innenminister Beuth für Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge in den vergangenen zehn Jahren rund 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare