Feuerwehr will Frauen und Migranten für werben

Frankfurt (dpa/lhe) – Die hessischen Feuerwehren wollen in diesem Jahr vor allem bei Frauen und Migranten für ein Engagement bei den Brandschützern werben.

Beide Gruppen seien unterrepräsentiert, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Ralf Ackermann, der Nachrichtenagentur dpa. 2012 sei daher der Leitfaden "Mehr Menschen für die Feuerwehr" für neue Mitglieder herausgegeben worden. 2013 solle die Initiative gemeinsam mit dem Innenministerium ausgeweitet werden.

Zuletzt zählte das Ministerium für das Jahr 2011 rund 7600 weibliche Mitglieder bei den Freiwilligen Feuerwehren. Immerhin waren das 129 mehr als 2010. Insgesamt stehen rund 75 000 ehrenamtliche Einsatzkräfte bereit, hinzu kommen 28 000 Jugendliche.

Auch der hessische Städte- und Gemeindebund betonte die Bedeutung der Nachwuchssuche für die Retter: "Die Feuerwehr ist eine kommunale Pflichtaufgabe und wäre nicht zu leisten, wenn es die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht gebe", sagte Verwaltungsdirektor Johannes Heger. Er sieht mit Blick auf die leeren Kassen der Kommunen und den demografischen Wandel große Herausforderungen auf die Feuerwehren zukommen: Sparmaßnahmen bis hin zur Zusammenlegung von Ortsteilfeuerwehren seien nicht auszuschließen.

Ackermann zufolge gibt es noch in fast jedem Ortsteil Hessens eine freiwillige Feuerwehr. "Das System muss auch mit Hilfe von Politik und Gesellschaft weiter gepflegt werden." In Zukunft müssen sich die Wehren nach seinen Worten zudem auf neue Risiken einstellen: Neue Chemikalien, Dämmstoffe oder Techniken brächten auch andere Gefahrenpotenziale mit sich.

Wie oft die Retter im zurückliegenden Jahr zu Einsätzen gerufen wurden, steht noch nicht fest. "Wahrscheinlich werden es etwas weniger als 2011 sein, weil wir weniger Unwettereinsätze hatten", sagte der Feuerwehr-Präsident. 2011 waren die Helfer zu 79 000 Einsätzen ausgerückt. In Hessen gibt es 2600 freiwillige, sechs Berufs- und 57 Werkfeuerwehren.

Wichtig bleiben Ackermann zufolge auch 2013 die Themen Prävention und Aufklärung. Und dabei müsse beispielsweise immer wieder betont werden, wie wichtig Rauchmelder seien: "Es könnte einiges vermieden werden, wenn die Leute Rauchmelder in ihren Wohnungen hätten."

Nach Angaben des hessischen Innenministeriums kommen deutschlandweit jedes Jahr etwa 600 Menschen bei Haus- und Wohnungsbränden ums Leben. Zwei Drittel dieser Feuer brächen nachts aus, wenn die Bewohner schliefen. Dabei sterben die Opfer nicht durch die Flammen, sondern an den Folgen einer Rauchvergiftung, wie das Ministerium berichtete. Rauchmelder verhinderten zwar keine Feuer, könnten die Bewohner aber frühzeitig warnen.

In Hessen müssen Neubauten seit 2005 mit den lebensrettenden Geräten ausgestattet sein. Für ältere Gebäude endet die Frist fürs Nachrüsten am 31. Dezember 2014.

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