Fertigungshalle brannte in Linden: "Millionenschaden"

Linden (srs/agl/pm). Nach dem Brand der Fertigungshalle einer Automatendreherei in Großen-Linden in der Nacht auf Montag haben Aktive der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr am Tag einen Damm gebaut, damit kein kontaminiertes Löschwasser mehr aus dem völlig zerstörten Gebäude austritt.

Um 1 Uhr hatte die Halle des metallverarbeitenden Unternehmens in der "Gießener Pforte" in Flammen gestanden. Eine 63-jährige Beschäftigte erlitt einen Schock und wurde vor Ort ambulant behandelt. Ersten Schätzungen der Ermittler zufolge dürfte der Sachschaden an der Halle und den Maschinen vermutlich bei mehr als einer Million Euro liegen.

Die 63-Jährige hatte im angrenzenden Wohnhaus geschlafen. Wie sie am Montag der Gießener Allgemeinen Zeitung berichtete, wurde sie von Berner-Sennhund-Mischling Konrad geweckt und auf diese Weise auf den Brand aufmerksam.

Die 750 Quadratmeter große Halle stand lichterloh in Flammen, als um 0.50 Uhr Johanniter die Feuerwehr riefen. Sie waren im Dienst vorbeigefahren und hatten auf der Straße vor der Halle die in dem anliegenden Wohnhaus lebende Frau um Hilfe rufend angetroffen.

Schwarze Rauchwolken stiegen in den Himmel, Flammen loderten meterhoch. Brennende Eternit-Platten auf dem Dach verursachten ein lautes Knallen, als würden Feuerwerkskörper explodieren.

Den Feuerwehrkräften gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das angebaute Wohnhaus sowie auf den umliegenden Wald zu verhindern. Da das Betriebsgelände nicht über einen eigenen Löschwasseranschluss verfügt, legte die Feuerwehr über eine Distanz von mehr als einem Kilometer Schläuche zwischen Großen-Linden und Kleinlinden. Im Einsatz waren 80 Kräfte aus Linden, Pohlheim, Langgöns, die Berufsfeuerwehr Gießen sowie zwei Rettungswagen. Durch die Rauchentwicklung war es in der Nacht kurzzeitig zu leichten Sichtbehinderungen auf der angrenzenden Autobahn gekommen. Die Straße nach Kleinlinden war zeitweise voll gesperrt. Wie es zu dem Brand kam, stand am Montagabend noch nicht fest. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Einsturzgefahr

Die Brandwache der Feuerwehr dauerte bis in den Vormittag an. Wie der Großen-Lindener Wehrführer Jens Wolfram informierte, sei die Halle einsturzgefährdet. Bei einem Blick durch die Fensteröffnungen zeigte sich die ganze Zerstörung mit herabgestürzten Balken, vieles war verkohlt. Auch die in der Halle stehenden Fräs- und Bolzmaschinen waren dem Feuer zum Opfer gefallen.

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