Die vorerst letzte Landung eines Lufthansa-Airbus A380 am Frankfurter Flughafen. Lufthansa legt die Superjumbos in der Coronakrise still. Ihre Zukunft ist ungewiss. FOTO: DPA
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Die vorerst letzte Landung eines Lufthansa-Airbus A380 am Frankfurter Flughafen. Lufthansa legt die Superjumbos in der Coronakrise still. Ihre Zukunft ist ungewiss. FOTO: DPA

Fast 3000 Infizierte in Hessen

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Der Großteil der Hessen hält sich nach Einschätzung der Polizei an die strengen Corona-Kontaktregeln - auch wenn Sonnenschein die Menschen vor allem am Samstag nach draußen lockte. Eltville am Rhein sperrt wegen des Besucheranstroms seine Parkplätze.

Trotz frühlingshaften Wetters ist es in Hessen laut Polizei am Wochenende nicht zu größeren Verstößen gegen das Kontaktverbot wegen der Corona-Krise gekommen. "Es gibt zwar immer mal wieder Menschenansammlungen, aber die Leute sind einsichtig, wenn man sie anspricht", erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenbach am Samstag. Andere Polizeidienststellen äußerten sich ähnlich. Man habe Extrakräfte im Einsatz, um das Verbot zu kontrollieren, sagte ein Sprecher in Kassel: "Größere Verstöße gibt es aber nicht."

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen stieg am Sonntag erneut. Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete ein Plus von 167 Fällen gegenüber Samstag auf nun 2943. Der Zuwachs fällt damit geringer aus, als die Tage zuvor - jedoch werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt werden. Beispielsweise wird die Zahl der gemeldeten Infizierten in Frankfurt - wie bereits am Vortag - mit 330 angegeben. Die Zahl der Todesfälle in Hessen, die auf den Erreger SARS-CoV-2 zurückgeführt werden, stieg um eine Person auf elf.

Zur Eindämmung der Covid-19-Infektionen hatte Hessen vor einer Woche ein weitgehendes Kontaktverbot erlassen. Menschen dürfen grundsätzlich nur noch allein oder zu zweit aus dem Haus gehen. Familien und häusliche Gemeinschaften dürfen auch weiter gemeinsam nach draußen.

Sonne und Corona:Aufgrund des schönen Wetters waren am Samstag auch Fahrradstreifen der Wiesbadener Stadtpolizei das erste Mal in diesem Jahr im Einsatz, wie die Stadtverwaltung am Sonntag mitteilte. Der Fokus der Kontrollen lag auf den Ausflugszielen am Rheinufer, den Grünanlagen und den Spielplätzen. Am Samstag seien in der Landeshauptstadt zwölf Verstöße festgestellt worden - davon fünf gegen die Versammlungsobergrenze, viermal seien gesperrte Spielplätze betreten worden.

Zu viele Ausflügler:Die Stadt Eltville am Rhein sperrte ab Sonntag seine öffentlichen Parkplätze. Mit der Maßnahme wolle die Stadt weiter zur Eindämmung des Coronavirus beitragen. "Wir können hier das Kontaktverbot schlichtweg nicht einhalten, wenn wir mit Besucherströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet umgehen müssen", sagte Bürgermeister Patrick Kunkel. Am Rheinufer habe man anhand der Hinterlassenschaften wie leeren Weinflaschen und Pizzakartons den Eindruck gewinnen können, die Kontaktsperre sei vorbei, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Corona zwingt A380 auf den Boden:Auf dem Frankfurter Flughafen ist letztmals für lange Zeit eine Linienmaschine vom Typ Airbus A380 der Lufthansa gelandet. Wegen der weltweit zusammengebrochenen Nachfrage in der Corona-Krise parkt das Unternehmen seine komplette Flotte mit 14 Flugzeugen dieses Typs auf unbestimmte Zeit an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann fordert einem Bericht der "Bild" zufolge, die Lufthansa zeitweise zu verstaatlichen.

Klinik-Pflegekraft infiziert:Eine Pflegekraft am Klinikum Wetzlar ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten die Lahn-Dill-Kliniken gestern mit. Die Mitarbeiterin wurde in häusliche Quarantäne geschickt. "Zum Glück hatte die Mitarbeiterin nur wenig Kontakt im Haus, sodass der Betrieb am Klinikum Wetzlar wie gewohnt weiter laufen kann", sagte Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken.

Man sei in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt. "Es sind alle Kontaktpersonen im Krankenhaus ermittelt", erklärte Ute Hiller, Leitende Ärztin Krankenhaushygiene.

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