Fachleute streiten über Babyboom-Ursache

Babyboom in Hessen: Die Zahl der Geburten ist erstmals seit zehn Jahren wieder gestiegen und noch dazu stärker als im Bundestrend. In den ersten sieben Monaten 2007 kamen zwischen Trendelburg und Hirschhorn nach vorläufigen Zahlen 28907 Säuglinge zur Welt, 2,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Babyboom in Hessen: Die Zahl der Geburten ist erstmals seit zehn Jahren wieder gestiegen und noch dazu stärker als im Bundestrend. In den ersten sieben Monaten 2007 kamen zwischen Trendelburg und Hirschhorn nach vorläufigen Zahlen 28907 Säuglinge zur Welt, 2,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Inwieweit das 2007 eingeführte Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung ausschlaggebend sind, ist unter Fachleuten umstritten. Das gilt um so mehr, als 2006 mit rund 51400 Neugeborenen der Tiefststand in Hessen erreicht worden war.

Der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Reiner Klingholz, sagte, das Elterngeld biete nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch einen Anreiz, möglichst schnell ins Berufsleben zurückzukehren. "Das ist genau das, worauf die potenziellen Eltern gewartet haben." Die Sexualberatungsorganisation pro familia ist da ganz anderer Ansicht. Eine Umfrage unter rund 400 Klienten ein Jahr nach Einführung des Elterngeldes habe "erheblichen Nachholbedarf" bei Kinderbetreuungsangeboten ergeben, sagte die Landesgeschäftsführerin Brigitte Ott. Der Bezug des Elterngeldes von maximal 14 Monaten sei vor allem für Arbeitslose viel zu kurz. Viele Jugendliche und Alleinerziehende seien zudem kaum darüber informiert.

Ott von pro familia hält die Entspannung der wirtschaftlichen Lage für die Hauptursache des Geburtenanstiegs. Die Statistiker der größten Stadt Hessens sehen darin auch einen Grund. "Wenn die Wirtschaft wächst, wird auch Frankfurt größer - dieser einfache Zusammenhang hat von Juli bis September zu einem hohen Bevölkerungszuwachs in der Mainstadt geführt", heißt es in einer Mitteilung des Bürgeramtes. Allerdings bezieht sich dies nicht nur auf die Zahl der Geburten, sondern auch auf die Zuzüge.

Dennoch haben im Sommer in Frankfurt so viele Säuglinge das Licht der Welt erblickt wie seit 38 Jahren nicht mehr: 1915 Babys kamen im dritten Quartal in Frankfurt zur Welt, eins weniger als im zweiten Quartal 1969.

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