Experten: Vogelgrippe-Fälle nicht alarmierend

Greifswald/Korbach (dpa/lhe). Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit sieht nach den jüngsten Vogelgrippe-Fällen keinen Grund zur Beunruhigung. "Wir sind nicht alarmiert", sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems, Elke Reinking, am Freitag.

Wichtig sei es aber, die Situation weiter im Blick zu haben. Seit dem vergangenen Dezember sind niedrig pathogene (wenig krankmachende) H5-Viren in drei Geflügelbeständen nachgewiesen worden: auf zwei Höfen in Nordhessen sowie in Schleswig-Holstein. In Gemünden (Wohra) im Kreis Waldeck-Frankenberg wurden vorsorglich 60 Enten und Hühner getötet.

Etwa vier Wochen vorher war das Virus bereits im rund 90 Kilometer entfernten Hofgeismar-Hombressen im benachbarten Landkreis Kassel aufgetreten, auch dort wurde das Geflügel getötet. Ursache war in beiden Fällen vermutlich ein infizierter Wildvogel. Davor war das H5N2-Virus in Deutschland nach Angaben des FLI zuletzt vor mehr als zwei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten.

Im Jahr 2011 war es zu einer Serie von Ausbrüchen niedrig pathogener Vogelgrippe des Subtyps H7N7 in 23 Geflügelbeständen in vier Bundesländern gekommen. Die Nachweise in den Beständen gäben kein repräsentatives Bild über die Verbreitung von niedrig pathogenen Influenza-Erregern, sagte Reinking. Geflügelbestände wie auch Wildvögel würden inzwischen seltener auf den Erreger untersucht.

Die gefährliche Form der Vogelgrippe H5N1 ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts in Deutschland seit mehr als drei Jahren nicht mehr festgestellt worden. Zuletzt diagnostizierten die Greifswalder Experten den Erreger am 6. März 2009 bei einer erlegten Stockente aus Bayern. Das sei aber offenbar ein isolierter Einzelfall gewesen. 2006 hatte sich die Tierkrankheit von Rügen über ganz Deutschland ausgebreitet.

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