Robert Kühn, Friseurmeister und Inhaber des Frankfurter Ladens "Barbara Ochs Friseure by Robert Kühn", reinigt Trennscheiben zwischen den Waschbecken. Am 4. Mai 2020 dürfen Friseurläden wieder öffnen - unter Auflagen, damit sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt. FOTO: DPA
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Robert Kühn, Friseurmeister und Inhaber des Frankfurter Ladens "Barbara Ochs Friseure by Robert Kühn", reinigt Trennscheiben zwischen den Waschbecken. Am 4. Mai 2020 dürfen Friseurläden wieder öffnen - unter Auflagen, damit sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt. FOTO: DPA

Etwas mehr Normalität

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Nach mehreren Wochen Corona-Zwangspause dürfen unter anderem Zoos, Museen, Spielplätze und Friseure in Hessen wieder öffnen. Am Mittwoch könnte mehr zu weiteren Lockerungen bekannt werden.

Es ist ein Schritt hin zu mehr Normalität: Hessen lockert ab kommender Woche die Corona-Beschränkungen für viele Freizeiteinrichtungen und Dienstleister. Unter anderem Spielplätze, Zoos, Botanische Gärten und Museen dürfen wieder öffnen, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Dabei müssen strenge Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Friseure, Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen dürfen von kommender Woche an wieder ihre Dienste anbieten.

Grünes Licht gab Hessen unter anderem auch für Hundesalons und Hundeschulen sowie Copyshops und Musikschulen. "Wir haben die Pandemie noch lange nicht überstanden", mahnte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden. Nach wie vor habe der Schutz der Gesundheit höchste Priorität. "Wir halten unseren Kurs und lockern die Beschränkungen dort, wo wir es verantworten können", sagte er.

Die Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle stieg in Hessen zuletzt auf 8393. Das teilte das Sozialministerium mit. Das waren 89 Fälle mehr als noch am Tag zuvor. Im Land gibt es demnach nun 362 Todesfälle, die mit dem Erreger in Verbindung gebracht werden, neun mehr als noch am Donnerstag.

Nicht dringende OPs wieder erlaubt:Kliniken und ambulante Praxen können wieder medizinische Eingriffe und Operationen vornehmen, die bislang untersagt waren, wenn sie nicht zwingend notwendig waren. In den zurückliegenden Wochen waren solche Eingriffe verboten, um genügend Kapazitäten für Covid-19-Patienten vorzuhalten. Künftig müssten 25 Prozent der insgesamt vorhandenen Intensivbetten für diese Patienten reserviert werden, erläuterte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Die OP-Kapazität sei bis zu 70 Prozent für Eingriffe geöffnet, die nicht dringlich sind. Die Landesregierung einigte sich zudem darauf, dass in allen Gesundheitseinrichtungen eine Mund-Nasen-Bedeckung nötig ist.

Kaum Verstöße gegen Kontaktregeln:Bei meist regnerischem und kühlem Wetter hat die Polizei am 1. Mai in Hessen zunächst nur wenige Verstöße gegen die Beschränkungen in der Corona-Krise gemeldet. "Hier ist gar nichts los, absolut null", sagte ein Sprecher der Polizei in Wiesbaden. "Es regnet, die Leute bleiben drin." Aus Kassel meldete die Polizei lediglich vereinzelte Einsätze. Ein ähnliches Bild zeigte sich in anderen Polizeistationen Hessens.

Friseuren steht Andrang bevor:Vor der Wiederöffnung ihrer Salons nach wochenlanger Zwangspause haben die Friseure in Hessen bereits massenhaft Terminanfragen von Kunden vorliegen. Viele seien auf vier bis sechs Wochen oder länger ausgebucht, sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbands, René Hain. In Salons gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln, Zeitschriften dürfen nicht gelesen und Haare nicht ungewaschen geschnitten werden. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, sollen Kunden Kontaktdaten hinterlassen.

Tag der Arbeit ohne Demos:Zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat der DGB weitere Hilfen für die von der Corona-Krise besonders betroffenen Beschäftigten gefordert. "Das Kurzarbeitergeld und die Eltern-Soforthilfe müssen rauf, auf mindestens 80 Prozent", sagte der Geschäftsführer der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main, Philipp Jacks. Eltern benötigten einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung sowie einen Krisen-Sonderkündigungsschutz. Seit der Gründung des DGB 1949 gab es am 1. Mai erstmals keine Demos und Kundgebungen - Aktionen wurden ins Internet verlegt.

Landwirte trotzen der Krise:Hessens Landwirte trotzen bisher relativ erfolgreich den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Es gebe weder eine Pleitewelle noch Kurzarbeit, sagte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, in Wolfhagen-Istha. Möglich sei aber, dass die Landwirte mit zeitlicher Verzögerung getroffen würden. So habe der niedrige Erdölpreis auch die Rapspreise sinken lassen, weil Raps zur Produktion von Biodiesel verwendet wird.

RMV fährt Angebot hoch:Die Busse und Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) werden ab kommenden Montag in weitgehend normaler Taktung fahren. Auf den allermeisten Linien gelte ab 4. Mai wieder der reguläre Fahrplan, teilte der RMV mit. Zudem nehmen die Kontrolleure in den kommenden Tagen ihre Arbeit wieder auf. Sie würden mit Masken und Desinfektionsmittel ausgestattet und seien angehalten, Fahrscheine kontaktlos zu kontrollieren.

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