Erste mögliche Anlaufstelle ist die Polizei

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Wer Opfer einer Straftat wird, hat nicht nur den Schaden. Er benötigt oft auch Hilfe. Nachfolgend Antworten auf die wichtigsten Fragen, dazu Adressen und Hinweise:

Wer Opfer einer Straftat wird, hat nicht nur den Schaden. Er benötigt oft auch Hilfe. Nachfolgend Antworten auf die wichtigsten Fragen, dazu Adressen und Hinweise:

Wohin können sich Opfer wenden? Der Polizeinotruf ist über die 110 zu erreichen. Opfer können auch eine Polizeistation vor Ort aufsuchen, um eine Strafanzeige zu erstatten. Während der Anzeigenaufnahme informieren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte Geschädigte einer Straftat über ihre Rechte, über die Möglichkeiten der Opferentschädigung und über Opferhilfeeinrichtungen. Die Hilfs- und Unterstützungsangebote orientieren sich ausschließlich an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen im Zusammenhang mit der Tat.

Opferentschädigungsgesetz: Haben Menschen beispielsweise durch eine Gewalttat eine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten, so können sie auf Antrag über das Opferentschädigungsgesetz (OEG) staatliche Leistungen wie ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen, Versorgung mit Hilfsmitteln oder Rentenleistungen erhalten.

Traumanetzwerk: Menschen, die infolge eines schädigenden Ereignisses unter einem psychischen Trauma leiden, können eine zeitnahe Versorgung über das OEG-Traumanetzwerk erhalten. Voraussetzung ist, dass das Opfer Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz hat. Betroffene müssen einen vorsätzlichen, rechtswidrigen, tätlichen Angriff erlitten haben. Normalerweise dauert es sehr lange, bis man einen Termin bekommt. Menschen, die an einem psychischen Trauma leiden, können aber eine zeitnahe Versorgung bekommen. Ziel ist, dass innerhalb von einer Woche begonnen wird.

Wiedergutmachung: In geeigneten Fällen sind die Beteiligten des Strafverfahrens auf die Möglichkeit einer Wiedergutmachung der Verletzungen und Schäden, die durch die Straftat entstanden sind, hinzuweisen. Die sachbearbeitende Dienststelle kann das Täter-Opfer-Verfahren bei der Staatsanwaltschaft anregen. Voraussetzung ist, dass eine Person geschädigt wurde und der Beschuldigte zumindest eine Teilschuld einräumt. Grundsätzlich kommt der Täter-Opfer-Ausgleich bei fast allen Delikten infrage. Auch in Fällen von häuslicher Gewalt, besonders dann, wenn das Paar weiterhin zusammenbleiben möchte.

Vertrauensperson/Rechtsbeistand: Viele Betroffene sehen sich zum ersten Mal im Leben mit der Polizei konfrontiert und befinden sich in einer Ausnahmesituation. Für die Betroffenen gibt es die Möglichkeit, zu ihrer Vernehmung eine Vertrauensperson mitzubringen. Die Vertrauensperson darf jedoch im gleichen Sachverhalt nicht selbst Zeuge sein. Darüber hinaus können Sie sich auch eines Rechtsbeistandes bedienen.

Nützliche Links/Anlaufstellen:

www.polizei.hessen.de – Grundsätzliche Informationen und Ansprechpartner

www.polizei-beratung.de – Opferinformationen zu wichtigen Kriminalitätsphänomenen, Hinweise und Tipps etwa zum Ablauf eines Strafverfahrens.

www.infovictims.de – Sehr anschauliche Darstellung der Abläufe und Beteiligungsrechte von Opfern im Strafverfahren.

www.odabs.de – Bundesweiter Überblick über Hilfsangebote

www.bmjv.de – Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz informiert über die konkreten Projekte und wo Sie Hilfe finden können.

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