Auch die Vorstrafen von Stephan Ernst (l. )waren Thema.
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Auch die Vorstrafen von Stephan Ernst (l. )waren Thema.

Erneutes Schuldbekenntnis

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Frankfurt- Der Hauptangeklagte im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat sich erneut zu seiner Schuld bekannt. "Ich weiß nicht, wie ich das wiedergutmachen kann, was ich Herrn Lübcke angetan habe, was ich der Familie Lübcke angetan habe", sagte Stephan Ernst am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. "Ich empfinde jedes Wort, was ich dazu sage, als heuchlerich, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll", sagte Ernst mit brüchiger Stimme auf die Frage von Bundesanwalt Dieter Killmer, wie er mit der Frage der Schuld umgehen wolle. Der 47-jährige Deutsche soll den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 erschossen haben.

Zuvor wurde der 47-Jährige zu mehreren seiner Vorstrafen mit rechtsextremen Hintergrund befragt, darunter eine versuchte Sprengstoffexplosion vor einer Asylbewerber-Unterkunft.

In die rechte Szene kam er eigenen Angaben zufolge nach seiner Haftentlassung im Jahr 1999. Über die NPD sei er zu freien Kameradschaften gelangt, wo es radikaler und gewaltbereit zugegangen sei. Vor Gericht sagte er am Donnerstag, er wolle sich heute von seiner politischen Überzeugung klar distanzieren und erklärte, er habe sich an das hessische Aussteigerprogramm "Ikarus" gewendet. 2009 sei er schon einmal aus der Szene ausgestiegen. Der Mitangeklagte Markus H. habe ihn später erneut radikalisiert und zum Thema Schusswaffen gebracht. Dessen Verteidiger bezweifelte das. dpa/FOTO: DPA

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