Schulleiter Gerhard Köhler (r.) persönlich sprüht Handdesinfektionsmittel auf die Hände der Schülerinnen der Q2-Oberstufe des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums in Frankfurt. FOTO:DPA
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Schulleiter Gerhard Köhler (r.) persönlich sprüht Handdesinfektionsmittel auf die Hände der Schülerinnen der Q2-Oberstufe des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums in Frankfurt. FOTO:DPA

Entspannter Start

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Hessen trägt Maske - zumindest beim Einkaufen und im ÖPNV. Stichproben ergeben, dass sich die meisten Menschen daran halten. Der schrittweise Schulstart läuft laut Ministerium ebenfalls diszipliniert an.

Neue Corona-Regeln zum Wochenstart haben das Bus- und Bahnfahren sowie Einkaufen für alle Hessen verändert - es gilt eine Maskenpflicht. An den Schulen begann sechs Wochen nach den Schließungen eine schrittweise Lockerung - ältere Schüler kehrten unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln in die Klassen zurück. Unterdessen gibt es in Hessen mittlerweile 8000 bestätigte Coronavirus-Fälle.

Schulen öffnen in Etappen:Am ersten Tag der schrittweisen Schulöffnung in Hessen haben sich die Schüler nach Einschätzung des Kultusministeriums überwiegend diszipliniert an die Corona-Regeln gehalten. "Aus unserer Sicht ist es gut angelaufen", sagte ein Ministeriumssprecher. Der schrittweise Neustart des Unterrichts erfolgte nach Einschätzung der Gewerkschaft GEW unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Teils gebe es zum Schutz vor dem Coronavirus sehr gute hygienische und räumliche Voraussetzungen, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Maike Wiedwald. Das sei aber nicht an jeder Schule der Fall. Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben sich für eine schnellere Öffnung der Berufsschulen möglichst für alle Jahrgänge ausgesprochen.

Maske auf:Der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) will seinen Fahrgästen in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz von Montag an mehrere Hunderttausend Masken zur Verfügung stellen. Mobile Teams seien in Großstädten, Mittelzentren und kleineren Städten im RMV-Gebiet an rund zwei Dutzend wechselnden Standorten über mehrere Tage im Einsatz, sagte eine Sprecherin. Pro Fahrgast werde eine Maske ausgegeben - solange der Vorrat reicht. Bis Montagnachmittag seien bereits mehr als 10 000 Masken verteilt worden.

Universitäten:Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat in der ersten Woche des Online-Semesters an allen hessischen Hochschulen Probleme festgestellt. Dies gelte insbesondere bei den Arbeitszeiten und für Videokonferenzen, hieß es in einer Mitteilung. "Viele Beschäftigte klagen über die enorm gestiegene Arbeitszeit zur Vorbereitung digitaler Lehre", sagte Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen. Besonders Eltern mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter kämen an ihre Belastungsgrenze, wenn sie Lehre, Forschung und Kinderbetreuung vereinbaren müssten.

Till Jürgens, Öffentlichkeitsreferent des AStA der TU Darmstadt, sieht den digitalen Unterricht noch "in der Findungsphase". Wie gut es funktioniert, hänge vom Lehrformat ab. "Bei Vorlesungen funktioniert es gut, bei den Seminaren ist es mit der digitalen Interaktion schwierig", sagte Jürgens.

Polizei im Stress:Wegen der coronabedingten Absage von Fußballspielen und Demonstrationen sind auch Großeinsätze der hessischen Polizei weggefallen - die Beamten haben aber weiterhin genug zu tun. "Arbeit ist ja jeden Tag da", sagte Andreas Grün, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Wir sind fernab von einer völlig entspannten Lage bei der Polizei." In der Vergangenheit hätten gerade die Einsätze bei Großveranstaltungen die Überstundenkonten der Beamten wachsen lassen. Diese fielen derzeit zwar weg und es kämen wenig neue Überstunden hinzu, aber der normale Dienst sei weiterhin ausgefüllt. Es gebe kaum eine Möglichkeit, Überstunden abzufeiern, auch weil immer eine Reserve bei der Polizei, gerade während der Corona-Krise, vorhanden sein müsse.

Legionellengefahr:Ob Büros, Hotels oder Fitnessstudios: Im Zuge der Corona-Krise bleiben zahlreiche Gebäude und Flächen leer. Um die Bildung von Bakterien wie Legionellen zu verhindern, haben Gesundheitsexperten dazu geraten, Wasserleitungen regelmäßig zu nutzen. Geschehe dies nicht, "besteht immer die Möglichkeit eines mikrobiologischen Wachstums".

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