Unser Leser Hans Werner Lenz aus Heuchelheim kam mit dem richtigen Schuhwerk gegen das Glatteis an. "Die Zwölfzacker-Steigeisen sind ein Erbe aus den Himalaja-Touren, nun haben sie noch einmal gute Dienste geleistet", schrieb er in seiner Mail.
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Unser Leser Hans Werner Lenz aus Heuchelheim kam mit dem richtigen Schuhwerk gegen das Glatteis an. "Die Zwölfzacker-Steigeisen sind ein Erbe aus den Himalaja-Touren, nun haben sie noch einmal gute Dienste geleistet", schrieb er in seiner Mail.

Eispanzer auf Straßen und Autos

Wiesbaden/Gießen (dpa/con/mö). Blitzeis hat auf den Straßen in Hessen in der Nacht zum Samstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. "Das große Chaos ist aber ausgeblieben", sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei in Wiesbaden. Hier gibt’s den Überblick.

Wiesbaden/Gießen (dpa/con/mö). Blitzeis hat auf den Straßen in Hessen in der Nacht zum Samstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. "Das große Chaos ist aber ausgeblieben", sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei in Wiesbaden. Insgesamt zählten die Polizeipräsidien landesweit rund 225 Unfälle, fast immer blieb es jedoch bei Blechschäden. Lediglich in der Nähe von Offenbach wurden zwei Autofahrer im Alter von 37 und 62 Jahren schwer verletzt, als sie auf einer bereits gestreuten Bundesstraße mit ihren Autos zusammenstießen. Für die kommenden Tage kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) Entwarnung an. In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren die Bürgersteige von einer geschlossenen Eisdecke überzogen – das sorgte unter anderem bei Theaterbesucherinnen für Probleme, die auf hohen Schuhen aus der Vorstellung kamen. In Frankfurt bildete sich auf Geländern, Fahrzeugen und Pflanzen ein dicker Eispanzer. Die wenigsten Unfälle ereigneten sich im Norden und Osten Hessens: Die Polizei in Fulda meldete gerade einmal vier, die in Kassel zwölf. In Wiesbaden hingegen krachte es 78-Mal.

Mit leichter Verspätung traf die gemeldete Schlechtwetterfront mit Blitzeis am Freitagabend den Kreis Gießen. Gefrierender Regen machte etwa ab 22.45 Uhr viele Straßen zu Eisbahnen, auf denen ein Vorankommen mehr rutschend denn wirklich lenkend möglich war. Daraus resultieren auch zahlreiche Unfälle – Schlimmeres blieb aber glücklicherweise aus. Bis Samstagmittag zählte die Polizei rund 50 Unfälle in Mittelhessen – es blieb zumeist bei Blechschäden. Eine Person wurde bei einem Unfall in Lich leicht verletzt, zwei weitere im Lahn-Dill-Kreis. Zu einem besonders schweren Unfall kam es nahe Büdingen in der Wetterau. Ein 19-jähriger Transporterfahrer rutsche auf eisglatter Straße in den Gegenverkehr und krachte in ein entgegenkommendes Auto. Der 19-Jährige starb in der Nacht zum Sonntag noch an der Unfallstelle, wie die Polizei mitteilte.

Die spiegelglatten Straßen und Wege machten auch den Fußgängern zu schaffen: Einige versuchten trotz des Glatteises ihren Alltag fortzusetzen. Manche zahlten dafür mit einer Fahrt im Rettungswagen oder mussten gar vom Notarzt versorgt werden. Mindestens eine Person im Kreis Gießen stürzte so schwer, dass sie nach dem Sturz nicht mehr ansprechbar, also bewusstlos, war und ins Krankenhaus gebracht wurde. Vorsorglich wurde auch manche Veranstaltung abgesagt.

In der Stadt Gießen fuhren die Stadtbusse sogar am späten Freitagabend noch ihre Touren zu Ende. Auch am Samstagmorgen starteten alle Fahrzeuge. "Es wurde aber langsamer gefahren, wodurch es zu einigen Verspätungen kam", sagte Stadtwerke-Sprecherin Ina Weller. Einen guten Job hatte augenscheinlich das städtische Reinigungs- und Fuhramt gemacht, denn zumindest die Hauptstraßen waren befahrbar. Überraschenderweise hatten sich auch fast alle Wochenmarktbeschicker über die glatten Straßen bis nach Gießen durchgeschlagen. Aber dann blieb zunächst die Kundschaft aus, die sich nicht vor die Tür traute. "Spät und spärlich" seien die Stammkunden gekommen, sagte ein Händler.

Im Vogelsbergkreis kam es am Samstagmittag auf der Landesstraße zwischen Wernges und Udenhausen zu einem Verkehrsunfall, bei dem die Fahrerin leicht verletzt wurde. Im Bereich einer langgezogenen Linkskurve war die 75-Jährige auf glatter Fahrbahn nach links von der Fahrbahn abgekommen.

Schnee und Blitzeis haben am Wochenende auch in anderen Teilen Deutschlands Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Allein in Baden-Württemberg wurden in der Blitzeis-Nacht zum Samstag mehr als 330 Unfälle erfasst, in Rheinland-Pfalz mehr als 100. Dutzende Menschen wurden verletzt.

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