Mitte März verhängten Bund und Länder Einschränkungen für Unternehmen und Bevölkerung, mit dem Ziel den Corona-Erreger an der Ausbreitung zu hindern. Die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen, die erst im April vorsichtig gelockert wurden, sind in vielen Branchen des Einzelhandels erheblich. Dagegen kann sich der Online-Handel über Zuwächse freuen. FOTO: DPA
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Mitte März verhängten Bund und Länder Einschränkungen für Unternehmen und Bevölkerung, mit dem Ziel den Corona-Erreger an der Ausbreitung zu hindern. Die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen, die erst im April vorsichtig gelockert wurden, sind in vielen Branchen des Einzelhandels erheblich. Dagegen kann sich der Online-Handel über Zuwächse freuen. FOTO: DPA

Einzelhandel leidet in Corona-Krise

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Während der Online-Handel boomt, hat der hessische Einzelhandel stark unter der Corona-Krise gelitten. Dagegen haben die Tiere im Frankfurter Zoo den Lockdown gut überstanden.

Keine gute Zeit für den hessischen Einzelhandel: Im April fielen die Umsätze im Zuge der Corona-Krise um 5,3 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Rückgänge gab es in fast allen Bereichen, besonders kräftig aber bei Elektrogeräten mit einem Minus von fast 40 Prozent. Auch Bekleidung und Schuhe waren viel weniger gefragt als vor einem Jahr.

Der Online-Handel verzeichnete dagegen einen Umsatzsprung von mehr als 42 Prozent. Supermärkte und Kaufhäuser konnten mit knapp sechs Prozent mehr Umsatz ebenfalls zulegen.

Wegen der Corona-Krise mussten zahlreiche Geschäfte in Hessen schließen und konnten erst Mitte April unter strengen Auflagen wie Maskenpflicht und begrenzten Kundenzahlen in den Verkaufsräumen wieder öffnen. Deshalb und aus Furcht vor einer Infektion bestellten viele Menschen in Zeiten der Pandemie online. Auf die Beschäftigung im Handel hatte die Corona-Krise im April noch keine großen Auswirkungen. Die Zahl der Mitarbeiter sank in dem Monat um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Statistiker weiter erklärten. Vor allem die Zahl der Vollzeitbeschäftigten fiel, während es etwas mehr Teilzeitkräfte gab.

Die Tiere des Frankfurter Zoos haben die wegen der Corona-Pandemie angeordnete siebenwöchige Schließung der Einrichtung für Besucher gut überstanden. "Glücklicherweise kam es zu keiner Zeit zu Engpässen in der Versorgung oder bei der Pflege der Tiere", sagte Zoodirektor Miguel Casares am Dienstag in Frankfurt. Den Tieren gehe es gut, der Zoo habe trotz "vieler Herausforderungen und hoher Einnahmeverluste" die Krise bislang gut gemeistert.

Nachwuchs bei den Bongos

Bei vielen Arten habe es sogar Nachwuchs gegeben - unter anderem bei den Ostafrikanischen Bongos. Am 10. Juni kam ein männliches Tier der im Freiland gefährdeten Antilopenart zur Welt. Weil es zunächst kaum laufen konnte, wurde es "Forrest" genannt - in Anlehnung an die Filmfigur Forrest Gump. Am 19. Juni wurde ein weibliches Tier geboren. Es trägt den Namen "Pili" und ist den Angaben zufolge das zweite Bongo-Jungtier, das 2020 im Frankfurter Zoo zur Welt kam.

Anders als im Zoo sieht es nach Darstellung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in den ursprünglichen Lebensräumen der Bongos aus: Dort habe sich die ohnehin schwierige Situation für die Tiere durch Corona dramatisch verschärft. "In den Nationalparks in Afrika oder Südamerika ist mit der Pandemie der Tourismus und damit eine wichtige Finanzquelle der Parks weggebrochen. Dadurch können Ranger nicht mehr bezahlt werden und illegale Aktivitäten werden zunehmen", berichtete ZGF-Geschäftsführer Christof Schenck.

35 neue Infektionen mit dem Virus

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist um 35 auf 10 613 gestiegen. Das teilte das Sozialministerium am Dienstag in Wiesbaden (14 Uhr) mit. Es wurde kein neuer Todesfall registriert, der mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht wird. Somit liegt die Gesamtzahl unverändert bei 501 Fällen.

Vom Schwellenwert für eine Verschärfung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind alle Städte und Kreise im Land weiterhin entfernt. Dieser liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. In der Statistik des Ministeriums werden nur Angaben erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

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