Ein Hingucker: Das Staatstheater in Wiesbaden. FOTO: DPA
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Ein Hingucker: Das Staatstheater in Wiesbaden. FOTO: DPA

Eine Stadt für jeden Geschmack

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Unser vielfältiges Bundesland ist Thema der Serie "Hessisch!". Eine Vielfalt, die sich besonders auch in den Städten des Rhein-Main-Gebiets zeigt. Ob Wissenschaftler, Banker oder Beamter - mit Darmstadt, Frankfurt oder Wiesbaden findet jeder eine Stadt, die perfekt zu ihm passt.

Wenn der Hesse im Rhein-Main-Gebiet einen Stadtbummel plant, hat er die Qual der Wahl. In kaum einer anderen Metropolregion liegen so viele attraktive Städte so nah beieinander wie hier.

Lust auf Studentenflair? Dann bietet sich ein Ausflug nach Darmstadt an. In der Wissenschaftsstadt ist jeder Vierte der rund 160 000 Einwohner in einer akademischen Ausbildung. Das junge Publikum bildet einen krassen Gegensatz zum Bevölkerungsbild in der Wiesbadener Innenstadt. Die mondäne Kurstadt strahlt eine altehrwürdige Atmosphäre aus. Als Landeshauptstadt beherbergt Wiesbaden mit seinen vielen Ministerien und Behörden zahlreiche Beamte.

Wer es weltläufig mag, der entscheidet sich für Frankfurt. Der Bankenplatz zieht ein internationales Publikum an. Für eine Weltstadt wirkt die Mainmetropole aber noch gut überschaubar. In so manchem Stadtteil bietet sie gar ein fast dörfliches Ambiente.

Jede der drei Großstädte im Rhein-Main-Gebiet hat ihren ganz eigenen Reiz. Wer beim Einkaufsbummel auf eine große Auswahl und bekannte Marken den meisten Wert legt, der ist in Frankfurt zweifellos am besten aufgehoben. Hier sind neben den bekannten Modeketten rund um die beliebte Einkaufsmeile "Zeil" auch viele Designer von Weltruhm vertreten.

Individueller shoppen

Ein Spaziergang durch die noble Goethestraße lässt auch bei anspruchvollstem Publikum die Augen glänzen. Zu einem gemütlichen Päuschen laden die benachbarte "Fressgass" bis hinauf zur Alten Oper oder die Gastronomie rund um Römerberg und Paulskirche ein. Und wer die neue Altstadt noch nicht kennt, kann von hier aus einen kurzen Abstecher durch die malerisch rekonstruierten Häuserzeilen machen, die seit ihrer Eröffnung Touristen aus aller Welt in Scharen anlocken. Frankfurt hat auch am Mainufer viele neue gastronomische Anziehungspunkte geschaffen, die sich auf der Sachsenhäuser Seite fortsetzen. Dort ist auch noch die eine oder andere individuelle Boutique zu finden.

Solche kleinen, aber feinen Läden sind in Darmstadt, dem Sitz des Regierungspräsidenten, kaum noch anzutreffen. Hier dominieren die großen Ketten die Innenstadt, die durch starke Kriegsschäden wenig historisches Flair bietet. Rund um den Marktplatz lässt es sich dennoch gut verweilen, am schönsten bei einer Tasse Kaffee mit Blick auf das Schloss. Einen kulturellen Anziehungspunkt mitten in den Geschäftsstraßen bietet die "Centralstation". Hier finden häufig Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Nette Kneipen zum Feiern finden sich auch im nahe gelegenen Martinsviertel hinter dem Herrngarten, einem schönen Park in der Innenstadt.

Die andere Seite der Städte

Mit dem zweifellos feudalsten Park kann allerdings die Landeshauptstadt aufwarten. Der Wiesbadener Kurpark, der sich an der Wilhelmsstraße entlangschlängelt und dem Kurhaus mit Spielcasino Platz bietet, bildet eine lang gezogene grüne Lunge inmitten der Häuserschluchten. An deren Hügeln prägen elegante, historische Villen in Richtung Sonnenberg hinauf das Stadtbild.

Kulinarische Treffpunkte sind die vielen kleinen Kneipen und Restaurants rund um die Goldgasse und das Dern’sche Gelände. Rund um die Stadtkirche und den Landtag feiern die Wiesbadener auch jährlich die Rheingauer Weinwoche. Hier beginnen auch die Einkaufsstraßen, die allerdings auch zunehmend von großen Ketten dominiert werden.

In den Seitenstraßen der Haupteinkaufsmeile "Kirch-gasse" sind zwar auch noch ein paar individuelle Ge- schäfte zu finden, sie werden aber immer weniger. Was bleibt, sind viele große Designer, die sich rund um die Wilhelmsstraße angesiedelt haben und zur eleganten Atmosphäre der Landeshauptstadt beitragen.

Alle drei Städte haben aber auch ganz andere Gesichter: Darmstadt, die Wissenschafts- und Technologiemetropole, die Stadt des Jugenstils mit dem Künstlerviertel Mathildenhöhe, führt immer wieder die Liste der am höchsten verschuldeten Städte an. Das mondäne Wiesbaden fällt in Statistiken durch seine außergewöhnlich hohe Kinderarmutsrate auf, die - im hessischen Vergleich - in vielen Jahren nur von Offenbach getoppt wurde.

Und auch Frankfurt offenbart in seinen Stadtteilen ganz unterschiedliche Facetten. Das dörfliche Nieder-Erlenbach steht in krassem Gegensatz zum modernen Europaviertel. "In-Viertel" wie das Nordend, Bockenheim, Bornheim oder Sachsenhausen bieten eine hohe Wohnqualität, verbunden allerdings mit Miet- und Immobilienpreisen, die Normalverdiener kaum mehr bezahlen können.

Eines aber haben alle drei Städte gemeinsam: Sie liegen weniger als 50 Kilometer voneinander entfernt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Sie prägen eine Region, die an Vielfalt kaum zu überbieten ist.

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