"Ein Bekenntnis" Das "Frankfurter Modell"

Wiesbaden (dpa/lhe). Das Land Hessen und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden haben gestern den Staatsvertrag zwischen dem Land und dem Verband um weitere fünf Jahre bis 2021 verlängert. Er soll die Arbeit der Gemeinden finanziell unterstützen. Damit werde ein deutliches Zeichen gesetzt, dass "das Land Hessen jüdisches Leben mit ganzer Kraft unterstützt", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) anschließend. "Das ist ein Bekenntnis des Landes, dass es uns wichtig ist, dass es dieses jüdische Leben gibt."

Gleichzeitig gelte es, Sorgen der jüdischen Gemeinschaft ernst zu nehmen und sorgfältig hinzusehen, "wenn am extremistischen Rande jüdisches Leben wieder bedroht wird", mahnte Bouffier. Unterstützung seit 1986 Die Unterstützung der jüdischen Gemeinden sei für Hessen auch eine Investition in die eigene Zukunft, betonte der Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, Jacob Gutmark. Das Geld wird unter anderem in Angebote für die Kinderbetreuung und schulische Arbeit in den jüdischen Gemeinden investiert. Er erinnerte zugleich an den schwierigen Neubeginn nach der Vernichtung jüdischen Lebens im nationalsozialistischen Deutschland. Die Gemeinden seien nach dem Krieg auf einem "brüchigen Fundament" neu errichtet worden und hätten erst wieder Vertrauen zu den Bürgern und Politikern im Nachkriegsdeutschland fassen müssen. Hessen hatte 1986 als eines der ersten Bundesländer den jüdischen Gemeinden des Landes in einem Staatsvertrag eine finanzielle Unterstützung zugesichert. Mit der Verlängerung verpflichtet sich das Land zu einer Unterstützung in Höhe von vier Millionen Euro jährlich. (dpa). Die einen sind streng orthodox, die anderen setzen auf Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Gottesdienst, doch alle beten unter dem Dach der gleichen Synagoge: Mit dem "Frankfurter Modell" hat die jüdische Gemeinde der Mainmetropole vor über 20 Jahren neue Wege eingeschlagen. Damals wurde der "Egalitäre Minjan" gegründet, in dem sich die Vertreter der liberalen Glaubensströmung formierten. Ebenso wie die orthodoxe und die kleine ultraorthodoxe jüdische Gemeinschaft Frankfurts sind sie Teil der Einheitsgemeinde.

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