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Eam Märzen

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Von: Burkhard Bräuning

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Gemoije, eas schu wirre Sonnowed. Zeit fier ea beassi Mundart. Hau gitt’s emo im das Läid »Im Märzen der Bauer«. Das hu mir all gelearnt - domols, fier gefoilt honnet Juhr ean de Grondschoul. Bei mir woar deas Schoulhaus nur honnet Meter fo ihsem Wuhnhaus entfernt. Do woar mear ean eaner Minute higelaafe. De Lihrer Karl Sommer wurd häi schu oft zitiert:

Ower hee woar nu aach emol efach ean goure Lihrer. Hat alles eam Greaf: Oacht Juhrgäng ean em kleene Schoulsoal. Heanne stann ean Kanoneowe, wer dodebei setze musst, der kom eans Schweatze, wear vorne sass, der deat friern. So, also de Karl Sommer hott ihs das Läid beigebrocht. Ean wann mear etz die Zeit noch emo sereckdrewe kennt, dann härre mear das Läid deat Woch ganz geweas gesunge: Eam Märzen de Bauer deas Rösslein ospannt. Halleluja, das konnte mear all auswennich, sozesoa aus eam Effeff. So, etz fuhr aich geastern Moije mearem Audo zoum ugefier 10 000ste Mo nooch Gäiße. Hinner de Oabfoahrt noch Geawenroad woar ean Bauer meat soim gruße Bolldock ean dem noch grißere Pluck oom ackern. Also oom dreatte Mearz. Aich kann mäich jo täusche, ower ean moiner Erinnering eas eas so, dass domols die Wisse ean die Äcker eam Mearz nur sealle befoarn wearn konnte. Entwetter läg noch Schnäi ean Frost woar noch eam Burre, ower mear deat ean de nasse Eare vesinke. Gout, die Röslein wonn nitt so schwier wäi so ean Bulldock. Ower wann aich o ihs Lochwisse denke, do deat mear noch beim Haamache vesinke. Ower etz sereck zoum Läid. De Text beschreibt des Landläwe schu oarg idealisiert. Off Platt deet mear soa: Eas wurd beschönicht. Häst: So woarsch nitt, ower so hätt mearsch gern geseh. Häi emo de Text (eas gebt einiche Versione, das häi eas die geläufichste: »Eam Märzen de Bauer die Rösslein ospannt, hee ploanzt ean schneid die Beem eam Land. Hee ackert, hee eggt, er zackert ean sät. Ean hee reecht soi Hean goar froi ean noch spät. De Reache, de Spoare, den nimmt hee ean die Hand, ean ebnet die Äcker ean Wisse eam Land.« Häi iwerspreang aich zwä Stroofe. Weirer gitt’s dann so: »Ean eas dann deas Froijuhr ean de Sommer vebei, dann fellt sich die Scheuen eam Hirbst wirre neu. Eas fellt sich de Kealler, de Stall ean’s Haus, do gebt’s dann, wann’s kaalt weard, goar fröhliche Schmaus.« Übrichens goab’s eam Osten, also ean de DDR, ea Stroofe iwer die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschafte, ean eam Westen wurd eas ganze Läid imgedicht zou eam Protestläid gäje Atomkraft ean Umweltveschmutzing. Mear kann also soa, das eas ea Allzweckläid fier viele Fälle eam Läwe eas. Die Melodie eas eangängich, ean jeder iwer 50 kann sofort eanstimme.

Das Läid vom Bauer ean de Rösslein kann mear übrichens of Jutjub ean unglaublich viele Variatione hirn. Ower viel geklickt weard’s nitt. Do singt zoum Beispiel de Hermann Prey. Eas gout 2000 mo offgeruffe woarn. Nitt die Welt, Wann’s de Ed Sheeran seange deat, hätt’s woarcheinlich mie.

Auen Kutschersch Burkhard

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